Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat sich einen Spielertausch in seinem Kader vor dem Start in die Hauptrunde der Europameisterschaft offen gehalten. Er könne das bis zum Donnerstagmorgen um 9 Uhr entscheiden, sagte Prokop in Wien.

Ihr erstes Spiel in der nächsten Turnierphase bestreitet die DHB-Auswahl dort am Donnerstagabend gegen Weißrussland. „Wenn, dann wird es einen Tausch aus dem 17er-Kader geben“, sagte der 41-Jährige. Demzufolge könnte dann der Kreisläufer Johannes Golla, der seit Beginn der EM als 17. Spieler bei der deutschen Mannschaft weilt, ins Aufgebot rücken. Prokop darf bei dem Turnier maximal 16 Spieler für die Partien melden.

Aus Handball-Bundestrainer Christian Prokop wird kein hochemotionaler Typ wie so mancher Fußball-Trainer mehr - das zumindest glaubt der ehemalige Nationaltorhüter Andreas Thiel. „Jeder ist so authentisch, wie er authentisch sein kann. Man kann aus einem Analytiker wie Prokop keinen Peter Neururer machen. Er ist so, wie er ist“, sagte Thiel im Interview des Internetportals „spox.com“. „Und was wir nicht vergessen sollten: Er hat im letzten Jahr bei der Heim-WM einen guten Job gemacht.“ Noch sei die aus Sicht der deutschen Mannschaft bislang mäßige EM nicht vorbei. „Und bevor das endgültige Ergebnis nicht feststeht, sollte man mit abschließenden Analysen und Bewertungen zurückhaltend bleiben.“ Im ersten Hauptrunden-Spiel gegen Weißrussland steht die deutsche Mannschaft unter Druck. Bei einer Niederlage wäre das angepeilte Halbfinale kaum noch zu erreichen. „Wenn das deutsche Team ins Halbfinale will, muss es immer an das nächste Spiel denken. Vom Titel zu träumen, ist für die Mannschaft völliger Quatsch“, schrieb der ehemalige Weltmeister Henning Fritz in seiner Kolumne für t-online.de.

DPA