Der Präsident von Afghanistan, Aschraf Ghani, bei einer Konferenz.  (AFP)

Um den ins Stocken geratenen Friedensprozess in Afghanistan zu beschleunigen, soll ein Treffen zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und den Taliban in der Türkei arrangiert werden. Das geht aus einem Schreiben des US-Außenministers Antony Blinken hervor, das vom afghanischen Nachrichtenportal „Tolo News“ am Sonntag veröffentlicht wurde.

Der zu den Medien durchgesickerte Brief war von Blinken an den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani geschickt worden. „Wir werden die Regierung der Türkei bitten, in den kommenden Wochen ein hochrangiges Treffen beider Seiten zu veranstalten, um ein Friedensabkommen zu schließen. Ich [Blinken] fordere Sie [Ghani] oder Ihre maßgeblichen Beauftragten auf, zusammen mit anderen Vertretern der Islamischen Republik [Afghanistan] an diesem Treffen teilzunehmen“, zitierte „Tolo News“ aus dem Schreiben.

Washington beabsichtige auch, die UN zu bitten, Außenminister und Abgesandte aus Russland, China, Pakistan, Iran, Indien und den USA einzuberufen, so Blinken. Alle Parteien sollen an Diskussionen teilnehmen, um den Frieden in Afghanistan zu fördern.

„Es ist meine Überzeugung, dass diese Länder ein gemeinsames Interesse an einem stabilen Afghanistan haben und zusammenarbeiten müssen, wenn wir erfolgreich sein wollen“, sagte der US-Diplomat in dem Brief.

Er forderte auch einen inklusiveren und glaubwürdigeren Ansatz der afghanischen Regierung bei den Verhandlungen mit den Taliban über die Regierungsführung und die Teilung der Macht.

Blinken warnte in dem Brief auch davor, dass sich die Sicherheitslage verschlechtern und die Taliban territoriale Gewinne machen würden, da ein vollständiger Abzug der US-Truppen bis zum 1. Mai in Erwägung gezogen sei. Mehr dazu: Truppenabzug aus Afghanistan: USA und Taliban beschließen Abkommen

TRT Deutsch