Nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA hat sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an die Seite Amerikas gestellt. „So wie Israel das Recht zur Selbstverteidigung hat, haben auch die Vereinigten Staaten exakt dasselbe Recht“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. „Kassem Soleimani ist verantwortlich für den Tod amerikanischer Bürger und vieler anderer unschuldiger Menschen.“ Er habe weitere solcher Angriffe geplant. Netanjahu sagte zudem: „Präsident Trump gebührt alle Anerkennung, schnell, energisch und bestimmt gehandelt zu haben.“ Israel stehe an der Seite der USA in „ihrem Kampf für Frieden, Sicherheit und Selbstverteidigung“. Soleimani, der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Einheiten, war bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff sei auf Anweisung des Präsidenten Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Diplomaten und Einsatzkräfte zu verhindern. Der Iran kündigte daraufhin Vergeltung an. Israel befindet sich nach dem Vorfall im Irak in erhöhter Alarmbereitschaft. Israel und der Iran sind Erzfeinde. Vertreter des Irans haben in der Vergangenheit mit Vergeltungsschlägen gegen den US-Verbündeten Israel gedroht. Das Ende Israels und die Befreiung Palästinas sind seit fast 40 Jahren die außenpolitische Doktrin des Irans. Zwar die Feindseligkeit Irans offiziell nur politisch und gegen die israelische Regierung gerichtet sein, aber die Aussagen einiger iranischer Politiker, Geistlicher und Generäle sind provokativ. Netanjahu brach am Freitag seinen Besuch in Griechenland frühzeitig ab, um die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen, wie sein Büro mitgeteilt hatte. Er hatte in Athen ein Abkommen mit Griechisch-Zypern und Griechenland für den Bau der Mittelmeer-Gasleitung EastMed unterzeichnet.

DPA