Archivbild: Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu (r.) mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Dendias.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat seinen griechischen
Amtskollegen wegen dessen Forderung nach einem härteren Vorgehen des Europäischen Rates gegen die Türkei verurteilt. „Lieber Niko, hier ist ein freundlicher Rat für das neue Jahr - hören Sie auf, andere um Hilfe zu bitten und die Würde des griechischen Volkes zu verletzen“, schrieb Çavuşoğlu am Samstag auf Twitter.

„Möge 2021 das Jahr sein, in dem wir unsere Differenzen gerecht beilegen,
indem wir direkt, aufrichtig und ernsthaft reden“, fordert der türkische Diplomat.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias hatte am Samstag auf seinem Twitter-Account sein Interview mit der lokalen Tageszeitung „Parapolitika“ geteilt. Darin behauptete er, dass die jüngsten Entscheidungen des Europäischen Rates gegen die Türkei „nicht genug“ seien. Zudem hätten die Vereinigten Staaten
Sanktionen gegen die Türkei verhängt, weil sie „die NATO-Allianz bedroht“.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland sind aufgrund zahlreicher
regionaler Probleme angespannt.

Die Türkei, die über die längste kontinentale Küstenlinie im östlichen Mittelmeer verfügt, weist die maritimen Grenzansprüche Griechenlands und der griechisch-zypriotischen Verwaltung zurück. Sie betont, dass diese maximalistischen Ansprüche die souveränen Rechte sowohl der Türkei als auch der türkischen Zyprer verletzten.

In diesem Zusammenhang entsandte Ankara in den letzten Monaten mehrere
Bohrschiffe zur Erkundung von Energieressourcen im östlichen Mittelmeer. Auf
diese Weise mache die Türkei die eigenen Rechte in der Region sowie die der Türkischen Republik Nordzypern geltend.

Die türkische Regierung betonte wiederholt, Ankara sei bereit, alle offenen Probleme in der Region durch internationales Recht, gutnachbarliche Beziehungen, Dialog und Verhandlungen zu lösen.

TRT Deutsch