Libyens neuer Ministerpräsident Abdul Hamid Dbeibeh (AA)

Libyens neuer Ministerpräsident Abdul Hamid Dbeibeh hat die Türkei als „Freund und Verbündeten“ bezeichnet. Seine Regierung werde sich um Frieden in seinem vom Krieg zerrissenen Land bemühen und Ankara könne dabei helfen, diese Ziele zu erreichen, sagte Dbeibeh gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag.

„Wir pflegen eine große Solidarität mit dem türkischen Staat und dem türkischen Volk“, unterstrich der Ministerpräsident in seinem ersten Interview nach seiner Wahl an die Spitze einer Übergangsregierung in Libyen. „Die Türkei ist ein Verbündeter, ein Freund und ein brüderlicher Staat, und sie hat enorme Fähigkeiten, um den Libyern zu helfen, ihre wirklichen Ziele zu erreichen. Die Türkei wird in Libyen als ein echter Partner angesehen.“

„Die Türkei war das einzige Land, in das die Libyer während des Krieges frei reisen konnten. Die Türkei hat ihre Flughäfen für die Libyer offen gehalten und hat ihre Botschaft in Tripolis nicht geschlossen“, erinnerte Dbeibeh. Das gute Verhältnis werde sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auswirken.

Am Freitag hatten sich die rivalisierenden politischen Gruppen Libyens nach fünftägigen Gesprächen in der Schweiz auf die Bildung einer Übergangs-Einheitsregierung geeinigt. Mohammad Younes Menfi wurde zum Vorsitzenden des Präsidialrates einer Interimsregierung und Dbeibeh zum Ministerpräsidenten gewählt. Mossa al-Koni und Abdullah Hussein al-Lafi wurden ebenfalls in den dreiköpfigen Präsidialrat gewählt.

Alle Teile der Bevölkerung vertreten

„Meine Regierung wird daran arbeiten, Frieden in Libyen zu schaffen und die großen Probleme des Landes zu lösen“, sagte Dbeibeh.

Die neue Regierung soll nach drei Wochen gebildet werden, bevor sie dem libyschen Parlament zur Vertrauensabstimmung vorgelegt wird. „Es wird eine faire Repräsentation aller Segmente des libyschen Volkes und aller Regionen geben, aber der Fokus wird auf [dem Erreichen] der Ziele der Technokraten liegen“, versprach er. Die unter UN-Vermittlungen entstandene Übergangsregierung soll die Einheitsregierung in Tripolis (GNA) schrittweise ersetzen. Bis dahin soll sie die Vermittlerrolle zwischen den beiden Lagern übernehmen.

Seit der Amtsenthebung des verstorbenen Führers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 haben sich in Libyen zwei Machtparteien herausgebildet – Warlord Haftar im Osten Libyens und die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis. Die in Tripolis ansässige und derzeit von Ministerpräsident Fayez al-Sarradsch geführte „Regierung der Nationalen Eintracht“ wurde 2015 im Rahmen eines UN-geführten Abkommens gegründet.

Langfristige politische Einigungsbemühungen sind jedoch an einer Militäroffensive der Milizen von Warlord Khalifa Haftar gescheitert.

TRT Deutsch