Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar (AA)
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Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar hat den nordischen NATO-Beitrittswerbern Schweden und Finnland erneut vorgeworfen, Unterstützung für Terrorgruppen zu leisten. Damit bedrohten sie nicht nur Türkiye, sondern auch die NATO insgesamt. Im Anschluss an ein zweitägiges Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel sprach Akar am Freitag vor Reportern über brisante Themen, darunter auch die türkische Besorgnis bezüglich einer möglichen Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands in der Militärallianz. Akar krisierte dabei auch die gegen Ankara verhängten Rüstungsbeschränkungen. Diese schadeten ebenfalls nicht nur Türkiye, sondern auch der NATO und entsprächen nicht dem Geist des Bündnisses. Auf der einen Seite werde die Einheit unter den NATO-Mitgliedern beschworen. Gleichzeitig würden ein Waffenembargo gegen die türkische Verteidigungsindustrie verhängt und „Terrorgruppen unbegrenzt unterstützt", so Akar. Schwedische Panzerabwehrwaffen beschlagnahmt Der türkische Verteidigungsminister wies auch darauf hin, dass sein Land während der Anti-Terror-Operationen im Norden Syriens und im Irak zahlreiche Panzerabwehrwaffen des Typs AT-4 aus schwedischer Produktion in den Unterschlüpfen der Terroristen beschlagnahmt habe. Diese Beweise habe er den Teilnehmern auf dem NATO-Treffen auch vorgezeigt. Türkiye sei das einzige NATO-Land sei, das den Terrorismus an mehreren Fronten bekämpfe. Zudem sei Türkiye das letzte Bollwerk gegen die Ausbreitung des Terrorismus in Europa, betonte Akar. Türkiye sei „ein aktives und konstruktives Mitglied, das die Werte und die Verantwortung der NATO teilt“. Ankara befürworte deshalb selbstverständlich auch die Erweiterung des Bündnisses. Davor müssten jedoch die Sicherheitsbedenken seines Landes respektiert werden, stellte Akar klar. Akar kritisierte auch, dass Stockholm und Helsinki mutmaßlich Asyl für gesuchte Terroristen erteilt habe. Es sei schlicht „inakzeptabel“, dass manche Terroristen nach ihren Angriffen auf die türkische Armee im Nordirak und in Syrien aus der Region fliehen und in diesen Ländern Unterschlupf finden könnten. Damit bezog sich der Verteidigungsminister auf PKK/YPG-Terroristen. Die PKK wird zwar ebenso von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft, der syrische Ableger YPG wird jedoch in Europa oft als vermeintliche lokale Miliz toleriert. Ihren Mitgliedern werde die Ein- und Ausreise erlaubt. Türkiye setzt auf „positive Agenda und Deeskalation“ Während des NATO-Treffens kam der türkische Verteidigungsminister zudem mit seinen Amtskollegen von weiteren Mitgliedsstaaten zusammen. Dazu gehörten auch Gespräche mit dem griechischen Verteidigungsminister Nikolaos Panagiotopoulos. Akar habe gegenüber seinem griechischen Kollegen bekräftigt, dass Ankara mit Athen Beziehungen anstrebe, die auf Frieden, Wohlstand und Ruhe basierten, so wie dies mit allen Nachbarn der Fall sei. In Bezug auf die in letzter Zeit zunehmenden Spannungen mit Griechenland erklärte Akar, die griechische Regierung habe mit einer massiven Aufrüstung begonnen, was einen hohen wirtschaftlichen Tribut forderte. Die Aufrüstung belaste nicht nur die Beziehungen zu Türkiye, sie sei auch nicht im Interesse der griechischen Bevölkerung. Türkiye habe klar gestellt, dass das Land bestehende Streitthemen mit friedlichen Mitteln lösen wolle. „Es ist wichtig, dass die Kommunikationskanäle offen gehalten werden, um die aktuellen Probleme zu lösen“, so Akar. Der Dialog sowie „die Konzentration auf eine positive Agenda und Deeskalation“ würden sowohl zu den bilateralen Beziehungen als auch zur regionalen Zusammenarbeit beitragen, fügte Akar hinzu.

TRT Deutsch