FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp nimmt am 13. Dezember 2019 an der Pressekonferenz in Wien teil. (Reuters)

Die rechtspopulistische FPÖ in Österreich versucht, bei der am 11. Oktober anstehenden Wien-Wahl mit Islamfeindlichkeit und einer anti-türkischen Linie zu punkten. Am Freitag stellte der Spitzenkandidat der Partei, Dominik Nepp, seine Plakete für den Wahlkampf vor: Er inszeniert sich als Verteidiger österreichischer Werte gegen einen vermeintlich radikalen Islam. Kritik kommt von der SPÖ

Die Slogans der rechtspopulistischen Partei lauten unter anderem „Wir Wiener zuerst“. Der Islam wird als Bedrohung für die Gesellschaft dargestellt.

So steht auf einem Plakat geschrieben: „SPÖ, ÖVP und Grüne: Radikaler Islam. Dominik Nepp: Unser Daham (Heimat)“. Darunter ein Fingerzeig auf das Wahrzeichen von Wien, den Stephansdom. Als Kontrast dazu sind daneben schwarz verschleierte Frauen abgebildet. Sie blicken auf die Wand, an der ein Bild eines vermummten Mannes mit Sturmgewehr hängt.

Wahlkampfplakat von Dominik Nepp, Spitzenkandidat der FPÖ in Wien. (FPÖ)

Auf einem anderen Plakat sind der Wiener Bürgermeister von der SPÖ, Michael Ludwig und die Vize-Bürgermeisterin von den Grünen, Birgit Hebein, abgebildet – umringt von türkischen Fahnen. Nepp wiederum sitzt mit der Familie am Esstisch und verteilt Kuchen. Die Botschaft: „Sein Wien! - Unser Wien!“

Wahlkampfplakat von Dominik Nepp, Spitzenkandidat der FPÖ in Wien. (FPÖ)

Die Kampagne löste bei der SPÖ Empörung aus. „Spalterisch, hetzerisch und menschenverachtend: Das sind die heute präsentierten Plakate der Wiener FPÖ! Und gegen die persönliche Diffamierung von unserem Bürgermeister Dr. Michael Ludwig verwahren wir uns auf das Schärfste!“, erklärte die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin, Barbara Novak. „Wie verzweifelt muss man eigentlich sein, dass man so wild und blind um sich schlägt? Diese Kampagne der Freiheitlichen ist der Tiefpunkt der politischen Kommunikation!“ Nepp versuche, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen, monierte die Landesparteisekretärin. „Im Unterschied dazu stehen wir für das Miteinander und den sozialen Zusammenhalt.“ Novak erklärte ferner, dass Nepp die Parolen von Vorgänger Heinz-Christian Strache repliziere. Das beweise, dass die FPÖ „menschenfeindlich und immer hart am rechten Rand“ sei.

TRT Deutsch