Der polnische Präsident Andrzej Duda zu Besuch in Ankara, Türkei.  (AA)

Die polnische Armee bekommt künftig unbemannte Drohnen aus der Türkei. Damit wird das osteuropäische Land das erste NATO- und EU-Mitglied mit Drohnentechnologie aus der Türkei. Das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda in Ankara. Insgesamt erwirbt das polnische Verteidigungsministerium 24 Drohnen des Modells Bayraktar TB2 von der türkischen Firma Baykar. Bereits am Sonntag hatte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bekanntgegeben, man wolle Drohnen von der Türkei kaufen. Erste Lieferungen sollen 2022 in Polen ankommen, hieß es vom Verteidigungsminister. Das gesamte Paket inklusive Personalschulung habe einen Umfang von rund 270 Millionen Dollar, teilte das Ministerium in Warschau mit. Die Drohnen aus türkischer Produktion waren bereits in Syrien, Libyen und Aserbaidschan erfolgreich eingesetzt worden. Präsident Erdoğan begrüßte den Verteidigungsdeal und unterstrich, dass die Türkei zu den „besten drei, vier Ländern der Welt“ im Drohnensektor gehöre. „Wir sind wirklich froh darüber, diese Erfahrungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten mit unserem NATO-Verbündeten zu teilen“, sagte er und fügte hinzu, die militärische Zusammenarbeit zwischen NATO-Partnern sei etwas „ganz natürliches“.

Mehrere Drohnen vom Typ Bayraktar TB2 vor einem Militärhangar aufgereiht.  (AA)

Türkische Kampfjets im Baltikum Um die NATO im Baltikum beim Schutz des Luftraums künftig stärker zu unterstützen, kündigte Erdoğan die Verlegung von türkischen Kampfjets des Typs F-16 nach Polen an. Warschau hatte zuvor einen Seefernaufklärer sowie eine Militärmission zum türkischen Stützpunkt Incirlik entsandt, den Duda am Dienstag besuchen wird. Duda bezeichnete die Türkei als Warschaus „stärksten Verbündeten“ in der Region. Er sagte, er glaube, dass die beiden Länder Bedrohungen von außen im Rahmen der NATO abwehren können. Der polnische Präsident nahm auch Erdoğans Angebot eines trilateralen Dialogs unter Einbeziehung seines rumänischen Amtskollegen „sehr positiv” auf – da sowohl Polen als auch Rumänien Teil der Bukarester Sicherheitsgruppe seien. Steigendes Handelsvolumen Duda betonte Polens Bestreben, die Handelsbeziehungen mit der Türkei zu verbessern und fügte hinzu, er hoffe, dass der bilaterale Handel zehn Milliarden Dollar (8,1 Milliarden Euro) erreichen werde. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern liegt derzeit bei 6,5 Milliarden US-Dollar. Erdoğan merkte an, dass die 2 Milliarden Dollar, die im ersten Quartal 2021 erreicht wurden, zeigten, dass Ankara und Warschau auf ihr Ziel von 10 Milliarden US-Dollar zusteuern. Die beiden Staatschefs unterzeichneten auch Abkommen in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft und Sport.

TRT Deutsch