In Italien hat der Politiker Gianluigi Paragone die Partei „Italexit“ gegründet, mit der er sein Land nach dem Vorbild des Brexit aus der EU führen will. Die Zustimmung zur Partei werde „im gleichen Tempo wachsen, wie die Lügen, die Europa uns erzählt“, sagte Paragone am Donnerstag bei der Vorstellung von „Italexit“. Er habe sich nach einem Treffen mit dem Chef der Brexit-Partei Nigel Farage vor zwei Tagen in London dazu entschlossen, seine Partei vorzustellen.

In einem Interview mit der Tageszeitung „La Repubblica“ sagte Paragone am Dienstag den „bevorstehenden Zusammenbruch“ der EU voraus. Paragone ist Senator und ehemaliges Mitglied der regierenden Fünf-Sterne-Bewegung und früherer Fernsehjournalist. Nach der Regierungsbildung mit der pro-europäischen Demokratischen Partei im vergangenen Jahr verließ er die Fünf-Sterne-Bewegung.

„Die meisten Italiener wollen die EU nicht verlassen“, sagte der Politikwissenschaftler Renato Mannheimer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Etwa 30, manchmal 40 Prozent würden einen Austritt allerdings befürworten. Die Zahl steige leicht an, aber „ich glaube nicht, dass die Partei von Paragone ein genügend großes Publikum für den Austritt Italiens anziehen kann“, sagte Mannheimer.

Erst am Dienstag hatten sich die 27 EU-Staats- und Regierungschefs auf ein 1,8 Billionen Euro schweres Finanzpaket unter anderem zur Bewältigung der Corona-Krise verständigt. Italien, eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas, profitiert stark von den aufgelegten Hilfen.


AFP