Die beiden MRF-Präsidentschaftskandidaten Iskra Mihaylova und Mustafa Karadayı (AA)

Bei den Präsidentschaftswahlen in Bulgarien wird erstmals ein türkischstämmiger Kandidat antreten. Die Partei „Bewegung für Rechte und Freiheiten“ (MRF) hat Mustafa Karadayı als Präsidentschaftskandidaten nominiert. Am Sonntag finden in Bulgarien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Im Land werden fast 12.000 Wahllokale eingerichtet. Zudem können im Ausland lebende bulgarische Staatsbürger, viele von ihnen in der Türkei, in 775 Wahllokalen ihre Stimme abgeben. Der stellvertretende Vorsitzende von MRF und Bürgermeister von Kardzhali, Hasan Azis, rief in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu (AA) die Bürger dazu auf, ihre Stimme „klug“ abzugeben. Kardzhali ist eine bulgarische Provinz mit einem hohen muslimischen und türkischen Bevölkerungsanteil. Azis wies darauf hin, dass zum ersten Mal seit dem Ende der kommunistischen Ära in Bulgarien ein türkischstämmiger Kandidat für das Präsidentenamt nominiert wurde. „Diese Wahlen sind ein historischer Moment in der demokratischen Entwicklung sowohl unserer Partei als auch Bulgariens.“ Nun sei es wichtig, Karadayı zu unterstützen. „Wir erwarten diese Unterstützung sowohl in Bulgarien als auch in Europa, den USA und der Türkei, wo bulgarische Bürger leben“, so Azis. MRF nominiert ethnischen Türken und ethnische Bulgarin Azis sagte, die MRF habe sich seit dem Tag ihrer Gründung als politische Partei mit nationaler Verantwortung erwiesen und unterstütze die NATO- und EU-Mitgliedschaft Bulgariens. Von den 24 Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten in Bulgarien habe nur die MRF auf eine solche Diversität gesetzt. Mit Karadayı und der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Iskra Mihaylova, habe die Partei einen ethnischen Türken sowie eine ethnische Bulgarin „als Symbol für die Einheit unserer Nation“ nominiert. „Warum sollte ein ethnischer Türke wie Mustafa Karadayı in Bulgarien nicht gewählt werden? Ich denke, die bulgarische Gesellschaft und wir alle sind jetzt bereit dafür“, erklärte Azis. Unterdessen hoffen die in Bulgarien lebenden Türken auf einen egalitären Präsidenten, der die Interessen des Volkes in den Vordergrund stellt. Lange Zeit wurden in Bulgarien die türkische Identität und türkischstämmige Bürger unterdrückt. „Sie tauchten auf und wir begannen, wie Menschen zu leben“ Der türkischstämmige Geschäftsmann Metin Hasan sagte gegenüber AA, er erwarte, dass der Präsident alle gleich behandele. „Ich erwarte, dass der Präsident den Menschen mit Wärme begegnet, nicht indem er die Faust in die Luft streckt, sondern indem er die Öffentlichkeit umarmt“, sagte Hasan. Mumin Çavuşoğlu, pensionierter Arbeiter in Bulgarien, sagte, dass Türken während der Ära des abgesetzten kommunistischen Diktators Todor Jivkov vor Jahrzehnten in Gefangenschaft lebten. „Möge Gott die MRF segnen. Sie tauchten auf und wir begannen, wie Menschen zu leben. Die Menschen sollten religiöse Überzeugungen haben dürfen. Die Rechte eines jeden sollten anerkannt werden.“ Als ethnische Türken verlangten sie, in Bulgarien ihre Kultur frei leben zu dürfen, erklärte der 70-jährige Türkischstämmige.

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