Polizeieinsatz in Suhl (dpa)
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In einem Flüchtlingsheim in Suhl ist es in der vergangenen Woche zu einem Polizeieinsatz mit anschließender Falschmeldung gekommen. Das sorgte für rechte Hetze im Netz.

Mit dem Einsatz reagierte die Polizei auf Unruhen, die infolge von Quarantänemaßnahmen gegen 500 Bewohner des Heims ausgebrochen waren. Ein Bewohner hatte sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert. Mit Schutzanzügen, Helmen und Atemmasken ausgerüstet, führten die Beamten knapp 20 Personen ab.

Später auf der Pressekonferenz behauptete der örtliche Polizeisprecher Wolfgang Nicolai gegenüber den Medien, Flüchtlinge hätten eine Daesh-Fahne geschwungen, extremistische Grußzeichen gezeigt und Kinder seien vorgeschickt worden. Die Stimmung sei aggressiv gewesen. Das wurde von der rechtsextremen Szene aufgegriffen, die dann eine Hasskampagne startete.

Auf Nachfrage von „ZEIT Online“ dementierte die Suhler Polizei den Vorfall. Nur zwei Tage später gab es auch auf dem Twitter-Account eine Richtigstellung. Eine Daesh-Fahne habe es nicht gegeben, auch verbotene Grußzeichen seien nicht gezeigt worden.

Für die rechtsextremistische Szene spielt das aber keine Rolle. Die Gruppierungen nutzen die Aufzeichnungen der Pressekonferenz und erzählen ihre eigene Geschichte. Trotz den Dementis der Polizei konnten die Falschmeldungen nicht aus der Welt geschaffen werden.

Die Leidtragenden sind die Flüchtlinge in der Suhler Unterkunft, die nun bedroht werden


TRT Deutsch und Agenturen