Symbolbild. Cyberangriff (dpa)

In Belgien sind am Dienstag Regierungsbehörden und andere Einrichtungen des Landes Ziel eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Das teilte der Provider Belnet in einer Erklärung mit. Das Unternehmen bietet unter anderem Internetdienste für öffentliche Institutionen, Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen an.

Belnet sagte in der Erklärung, dass der Angriff noch im Gange sei und in aufeinanderfolgenden Wellen stattfinde. Die Teams arbeiteten hart daran, die Wucht der digitalen Übergriffe zu entschärfen. Das Unternehmen hat rund 200 Kunden.

Zwei Stunden später hieß es, dass „die Auswirkungen des Angriffs nachzulassen scheinen“, weitere Details wurden nicht mitgeteilt.

Belgische Medien berichteten, dass unter anderem die Online-Dienste für Corona-impfzentren teilweise gestört waren und dass es auch bei der Staatsanwaltschaft in Brüssel Probleme gegeben habe.

Belnet-Direktor Dirk Haex sagte dem Sender VRT: „Das ist das erste Mal, dass wir mit einem so gigantischen Angriff konfrontiert werden. Es ist schwierig, einen solchen Angriff abzuwehren.“ Das Unternehmen ist seit 1993 in Betrieb.

„Alles erreichte gegen Mittag einen Höhepunkt“, sagte Haex und betonte, dass keine Informationen gestohlen worden seien. „Der Sinn eines solchen Angriffs ist es, das System lahmzulegen, nicht, Informationen zu stehlen.“

Haex sagte, es sei zu früh, um zu sagen, wer hinter dem Angriff stecken könnte. Westliche Geheimdienste hatten in den vergangenen Jahren mehrfach Akteure wie die Russische Föderation, China, den Iran oder Nordkorea verdächtigt, Hackerangriffe gegen bedeutsame öffentliche oder politische Institutionen zu autorisieren. In einigen Fällen wurde die Spur von Tatverdächtigen Einrichtungen von militärischen oder zivilen Nachrichtendiensten zugeordnet.

TRT Deutsch