Tourismusbranche: Türkei investiert und baut Top-Hotels

Trotz Pandemie und Krise in der Reisebranche boomt in der Türkei der Hotelmarkt. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Türkei. So investiert die Regierung auch weiterhin in die Infrastruktur und das Gastgewerbe. Inzwischen hat sich die Türkei als Top-Destination sowohl für Geschäfts- als auch für Urlaubsreisende etabliert, wie die Fachzeitung für Hotel- und Gastronomie „ahgz“ am Samstag berichtete.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie seien in diesem Wirtschaftszweig besonders extrem zu spüren gewesen. Laut Angaben des türkischen Statistikamts (TurkStat) hätten lediglich 15,8 Mio. Touristen im vergangenen Jahr 2020 ihren Urlaub in der Türkei verbracht. Das entspreche einem Rückgang von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um 65 Prozent auf 10,4 Mrd. Euro seien die Einnahmen aus dem Tourismus-Geschäft eingebrochen. Im Jahr 2019 dagegen habe die Türkei knapp 29 Mrd. generiert.

Trotz Krise plane die türkische Regierung zahlreiche weitere Hotel-Projekte. Nach Angaben von „Tophotelprojects“ sind in der Türkei insgesamt 44 neue Hotels mit 8183 Zimmern anvisiert. 15 Hotels mit 2254 Zimmern sollen demnach noch in diesem Jahr ihre Pforten öffnen. Im Jahr 2022 werde das Hotelangebot um 14 Häuser mit 2438 Zimmern ausgebaut. Zehn weitere Projekte seien für die Zeit ab 2023 in der Planung. Laut einer Studie ist Wyndham mit rund 80 Hotels, darunter 28 in Istanbul, die größte Hotelkette in der Türkei. Die Gruppe werde die Präsenz auf 100 Hotels ausbauen. Dahinter rangiere die Hilton-Gruppe mit insgesamt 69 Hotels, davon 23 in Istanbul und fünf in Izmir. Das französische Accor-Unternehmen besitze 57 Hotels, darunter 24 Hotels in Istanbul.

Top-Destination Istanbul

Istanbul sei nach wie vor ein Hotspot für Touristen und damit für das Tourismus-Geschäft. Auch in den nächsten Jahren werden laut „ahgz“ mehrere Luxus- und Boutique-Hotels aus dem Boden gestampft. Zu den spannendsten Projekten gehören: Zwei Hotels der Mandarin Oriental-Gruppe, das Four Seasons Hotel Istanbul, das Radisson Hotel Apartments Delta Istanbul sowie das Hilton Garden Inn and DoubleTree by Hilton.

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Die Eröffnung des Mandarin Oriental Hotel Bosphorus im Bezirk Kuruçeşme sei für Frühling 2021 geplant. Daneben werde die Hotelgruppe mit dem Mandarin Oriental Etiler im Stadtteil Etiler noch ein weiteres Hotel eröffnen. Das Hotel soll auf der europäischen Seite der Stadt nahe den zentralen Geschäftsvierteln liegen. Es soll ein Teil des Bezirks Beşiktaş sein und insgesamt drei Hochhaus-Türme umfassen. In einem der Türme sollen sich das Hotel mit 158 Zimmern sowie 16 sogenannte Serviced Apartments, also voll möblierte Apartments, befinden. Die beiden anderen Türme werden demnach 251 Residenzen im Mandarin Oriental bieten. Das Projekt soll 2022 fertiggestellt sein. Neben zwei bestehenden Hotels in Bodrum und Istanbul sei es das dritte Hotel der Luxushotelkette in der Türkei. Das Four Seasons Hotel in Istanbul soll im laufenden Jahr nach ausgiebiger Renovierung wiedereröffnen. Ein Highlight des Hotels werde der Blick auf die Hagia Sophia, die Blaue Moschee und das Marmarameer sein. Das Four Seasons verfüge über 65 Suiten und Gästezimmer sowie Annehmlichkeiten, wie eine Rooftop- & Pianobar und einen Wintergarten mit Kaminzimmer. Auch Radisson Hotels & Resorts beabsichtige, drei neue Hotels mit 553 Zimmern in der türkischen Hauptstadt zu eröffnen. Eines davon sei das Radisson Hotel Apartments Delta Istanbul Esenyurt mit 240 Zimmern im Stadtteil Esenyurt. Das Hotel werde Teil des von Delta Holdings geführten Wish Istanbul sein. Geplant ist eine 135.000 m² große, gemischt genutzte Immobilienanlage, die aus zwei imposanten Türmen bestehen soll. Es soll ein All-Day-Dining-Restaurant, ein Konferenzzentrum, ein Spa sowie einen Außenpool bieten. Ausbau der Infrastruktur Die Türkei setze auch weiterhin auf Tourismus und habe die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und in Hotels in den letzten Jahren erhöht. Voraussichtlich 2022 werde die zweite Bauphase des Istanbuler Flughafens abgeschlossen sein. Mit dem zusätzlichen Terminal soll die Kapazität des Flughafens auf 120 Mio. Passagiere pro Jahr angehoben werden. Anvisiert seien aber 150 bis 200 Mio. Fluggäste – nach Ablauf der letzten Phase Ende 2027. Zudem wolle die Türkei den Kreuzfahrttourismus pushen und finanzielle Anreize für Schiffe schaffen. Das Galataport-Projekt werde neben dem neuen Kreuzfahrtterminal zwei Museen, 14.000 m² Erholungsfläche mit 250 Gastronomiebetrieben sowie 43.000 m² Büroflächen umfassen. Hier soll auch gleich das erste Peninsula-Hotel in der Türkei entstehen.

TRT Deutsch