Spieler beim Cirit

Eine traditionelle Sportart gewinnt in der Türkei wieder an Popularität: Der Reitsport Cirit aus der osmanischen Zeit erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Cirit - wörtlich „Speer“ - hat eine sehr lange Geschichte, die bereits auf die Kultur der Vorfahren der Türken zurückgeht. Zur Zeit der Seldschuken und Hunnen wurde Cirit gespielt, um die Fähigkeiten der Kavallerie zu verbessern. Auch bei anderen türkischstämmigen Bevölkerungsgruppen in Afghanistan, im Iran und anderen zentralasiatischen Staaten gilt es als eine populäre Sportart.

Spieler beim Cirit AA

Bei diesem über tausend Jahre alten Spiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, wobei auf beiden Seiten bis zu einem Dutzend Spieler zugelassen sind. Das Ziel ist es, mit einem gummibestückten Holzspeer seine Gegenspieler zu treffen, während alle auf ihrem Pferd reiten. Ein Spiel besteht aus zwei Hälften zu je 35 Minuten.

Dabei sind beide Mannschaften abwechselnd Werfer und Verfolgte. Durch akrobatische Ausweichaktionen können auch die verfolgten Sportler für ihr Team punkten. Manche Spieler schaffen es sogar, den Speer des Gegners in der Luft aufzufangen und verschaffen ihrer Mannschaft somit einen Vorteil im Spiel.

Spieler beim Cirit AA

Das Spielfeld hat bei Cirit eine Länge von 70 bis zu 130 Metern. Bei Verlassen des Feldes drohen Strafpunkte für die eigene Mannschaft. Auch das Treffen eines gegnerischen Pferdes führt zu einer Strafe.

Cirit wurde im frühen 19. Jahrhundert verboten, da der damalige osmanische Sultan die Militäreliten aufzulösen versuchte. Später wurde das Spiel erneut zugelassen. Von den aktuellen Bemühungen der türkischen Regierung um ein Wiederbeleben traditioneller Sportarten hat auch dieser Reitsport profitiert.

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TRT Deutsch