Aus der Modemesse Berlin Fashion Week wird ab dem kommenden Sommer die Frankfurt Fashion Week. Das teilte der Veranstalter Premium Group mit. Die hessische Finanzmetropole werde damit „zum neuen Hotspot der internationalen Fashion- und Lifestyleszene“, betonte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Zum neuen Standort der Modemesse sagte die Vertreterin der Messe Frankfurt für Istanbul, Işın Sağlam, für die Türkei sei das eine hervorragende Nachricht. Immerhin organisiere die Messe Frankfurt in Europa und weltweit mehr als 50 Textilmessen. Die „Heimtextil“-Messe in Frankfurt sei die größte in Europa. Im vergangenen Jahr schon hätten überwiegend türkische Aussteller an der Messe teilgenommen. Der türkische Marktanteil am weltweiten Textil- und Bekleidungsmarkt liege bei 3,5 Prozent. Damit sei die Türkei der siebtgrößte Bekleidungsexporteur der Welt, ergänzte Işın Sağlam. Gleichzeitig sei das Land der siebtgrößte Baumwollproduzent der Welt. Mit dem neuen Standort der Modemesse rechne die Türkei damit, den Marktanteil zu erhöhen.

„Einmalige und international wirtschaftliche Chance“

„In Frankfurt am Main wird die Zukunftsvision einer Fashion Week Realität: Mit Tradeshows, Konferenzen, Runways und Events eingebunden in die gesamte Stadt, basierend auf den beiden Säulen Digitalisierung und Nachhaltigkeit“, beschrieb Premium Group die Details zum neuen Standort. Das Unternehmen verwies dabei auch auf die Bedeutung der Stadt als Finanzmetropole.

Gastgeber der Messe sollen neben der Premium Group das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sein. Oberbürgermeister Peter Feldmann sprach von einer „einmaligen und international wirtschaftlichen Chance“. Erwartet werde eine Umwegrentabilität von mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr für die gesamte Region.

„Hotellerie, Gastronomie und Transport werden dadurch massiv angekurbelt“, hob der SPD-Politiker weiter hervor. Ziel sei, dass „wir das Thema Mode und Design in die Stadt tragen und mit eigenen spannenden Veranstaltungen ergänzen“.

Frankfurt Fashion Week innovativer, digitaler und nachhaltiger

„Das Format Fashion Week wird neu gedacht werden müssen“, sagte Anita Tillmann, Geschäftsführerin des Veranstalters Premium Group. Neben der Messe Premium ziehen auch die Händlermesse Seek, die Plattform Neonyt für nachhaltige Mode sowie die Konferenzen FashionSustain und FashionTech an den Main.

„Wir haben keine ‚bad feelings‘ für Berlin“, sagte Tillmann. Frankfurt biete aber als Standort zahlreicher Textilmessen andere Perspektiven. Im Januar 2021 werde die Messe Premium ein letztes Mal in Berlin stattfinden. Die Fashion Week in Frankfurt soll innovativer, digitaler und nachhaltiger werden und neben dem Messegelände an verschiedenen Orten der Stadt stattfinden.

Dass die Wahl auf Frankfurt als Fashion-Week-Ausrichter fällt, mag viele überraschen. Anders als etwa Düsseldorf hat sich die Finanzmetropole bislang kaum einen Namen als Modestadt gemacht. „Man kommt nicht sofort auf Frankfurt, aber es ist der perfekte Ort“, sagte Tillmann.

Die Frankfurter Messe erzielte 2019 zwar noch einen Rekordumsatz von 733 Millionen Euro. Durch den Verlust der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), die künftig in München stattfindet, war die Stimmung in der Stadt aber arg gedrückt. Da kommt der Zuzug der Fashion Week gerade richtig. Die Stadt werde zum „neuen Hotspot der Fashion- und Lifestyleszene und zur neuen internationalen Fashionmetropole“, meinte Feldmann.


TRT Deutsch und Agenturen