Symbolbild: Blaue Moschee in Istanbul (Getty Images)
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Derzeit gibt es weltweit etwa 3,6 Millionen Moscheen. Das geht aus Analysen hervor, die Teilnehmer einer internationalen Konferenz im King Abdulaziz Center for World Culture in Ithra, Saudi-Arabien, vorgestellt hatten. Bei einer Anzahl von etwa 1,8 Milliarden Muslimen würde das im Schnitt eine Gebetsstätte pro 500 Personen bedeuten.

Auf der dreitägigen Veranstaltung, die am Donnerstag zu Ende ging, wurden unter anderem die historische Entwicklung, die Bedeutung und die Funktionen von Moscheen diskutiert.

Im Jahr 2050 werden knapp 30 Prozent aller Menschen Muslime sein

Auch wenn das Verhältnis zwischen Gläubigen und Gebetsstätten derzeit den Zahlen nach auf den ersten Blick als angemessen erscheinen mag, ist die Anzahl der in unterschiedlichen Ländern perspektivisch nicht ausreichend, um den Bedarf nachhaltig zu decken. Mehrere Vertreter islamischer Zentren vertraten auf der Konferenz die Ansicht, dass die derzeitige Ratio nicht ausreichen werde, um die wachsende muslimische Bevölkerung in der Welt zu versorgen.

Nach Angaben des Pew Research Center wird die Zahl der Muslime weltweit bis 2050 auf 2,76 Milliarden oder 29,7 Prozent der Weltbevölkerung ansteigen.

Eines der Länder, in denen eine erhebliche Anzahl neuer Moscheen benötigt würde, ist Frankreich, wo es derzeit nur 2300 Moscheen für mehr als sieben Millionen Muslime gibt – sich im Durchschnitt also mehr als 3000 Muslime eine Gebetsstätte teilen müssten.

Einwanderung und höhere Geburtenrate schaffen zunehmenden Bedarf

Die Zahl der Moscheen in den Vereinigten Staaten sei zwischen 2010 und 2020 demgegenüber um 31 Prozent auf 2769 gestiegen, was auf das stetige Wachstum der muslimischen Bevölkerung zurückzuführen ist, so eine im Juni veröffentlichte Studie. Im Jahr 2010 waren erst 2106 Moscheen gewesen. Statistischen Erhebungen zufolge ist die Zahl der Muslime in den USA von 2,35 Millionen im Jahr 2007 auf 3,45 Millionen im Jahr 2017 gestiegen.

„Die treibende Kraft für die Zunahme der Moscheen ist zweifelsohne die stetige Zunahme der muslimischen Bevölkerung in Amerika aufgrund von Einwanderung und Geburtenrate“, heißt es in dem Bericht „The American Mosque 2020: Growing and Evolving“, der am Mittwoch im Auftrag mehrerer islamischer Vereinigungen in den USA veröffentlicht wurde.

Zu den Hauptsponsoren der Studie gehören die Islamic Society of North America (ISNA), das Center on Muslim Philanthropy, das Institute for Social Policy and Understanding (ISPU) und die Association of Statisticians of American Religious Bodies (ASARB).

TRT Deutsch