Symbolbild. Auf dem T-Shirt eines Rechtsextremisten steht „Wir klagen nicht, wir kämpfen". (DPA)

Rassisten und rechte Gewalttäter attackieren nach Einschätzung von Opferberatungsstellen zunehmend auch Frauen, Kinder und Jugendliche. Dabei handele es sich beispielsweise um „Fälle auf dem Spielplatz, dass Kinder unter rassistischen Beleidigungen geschlagen werden von Erwachsenen“, sagte Judith Porath, Vorstand des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt am Dienstag in Berlin. Ihr seien auch Fälle bekannt, wo Jugendliche Bushaltestellen körperlich angegriffen worden seien. Die Täter seien in der Regel Erwachsene.
In jenen acht Bundesländern, neben den fünf Flächenstaaten in Ostdeutschland noch Berlin, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, in denen ein unabhängiges Monitoring rechter Gewalt durch die Opferberatungsstellen möglich sei, sank die Anzahl der 2020 registrierten rechten Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des Verbandes um zwei Prozent auf 1322 Fälle.
Benjamin Steinitz vom Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus sagte, im Umfeld der Gegner der staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen sei „eine antisemitische Dynamik“ zu beobachten. Er nannte beispielhaft einen Fall, da ein Corona-Leugner in Hamburg in der Öffentlichkeit gesagt habe, dass das Virus nur da sei, um „ihre jüdische neue Ordnung der Welt aufzustellen“. Dieser Vorfall habe sich im Wohnumfeld ereignet und nicht bei einer Protestkundgebung. Der AfD warf Steinitz vor, den Kampf gegen Antisemitismus für ihre Zwecke zu instrumentalisieren - indem sie diesen vor allem bei anderen verorte, etwa bei Muslimen oder Linken. Mehr dazu: Radikalisierung: So viele politisch motivierte Straftaten wie noch nie

DPA