Angesichts der seit Wochen andauernden Demonstrationen im Iran hat die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ihre Einladung an iranische Regierungsvertreter zurückgezogen. „Vor mehreren Wochen wurde eine Einladung an einzelne Regierungsvertreter aus dem Iran ausgesprochen. Angesichts der aktuellen Vorgänge wird die Münchner Sicherheitskonferenz diese Einladungen nicht aufrechterhalten“, sagte ein MSC-Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.
Das weltweit wichtigste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik findet vom 13. bis 15. Februar im Hotel Bayerischer Hof statt. In den vergangenen drei Jahren war der Iran unter dem bisherigen Konferenzleiter Christoph Heusgen nicht eingeladen. Der jetzige Leiter Wolfgang Ischinger hatte sich zunächst anders entschieden, bevor er die Einladung wieder zurückzog. Die MSC sehe derzeit „die Voraussetzungen für einen gelingenden Dialog nicht gegeben“, hieß es aus Konferenzkreisen.
Mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA sind bei den landesweiten Protesten im Iran bislang mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. Die in den USA ansässige Organisation erklärte, sie habe insgesamt 3090 Todesfälle verifiziert, davon seien 2885 Demonstrierende gewesen.
Zugleich wurde nach einem achttägigen Internetausfall ein „sehr leichter Anstieg“ der Internetaktivität im Land registriert, berichteten Beobachter am Samstag. Staatliche Medien meldeten unterdessen weitere Festnahmen.
In der Hauptstadt Teheran sei es seit vier Tagen vergleichsweise ruhig, sagten mehrere Einwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar seien Drohnen über der Stadt im Einsatz gewesen, größere Proteste habe es jedoch am Donnerstag und Freitag nicht gegeben.
Die Proteste waren am 28. Dezember 2025 vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Not ausgebrochen und hatten sich in der Folge zu landesweiten Demonstrationen ausgeweitet.


















