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Iran: Landesweite Trauer nach Ermordung Chameneis
Nach der Ermordung Ayatollah Chameneis bei US-israelischen Angriffen versammeln sich Menschen im Iran zu großen Trauermärschen. Chamenei war das geistige Oberhaupt des Iran und der schiitischen Muslime.
Iran: Landesweite Trauer nach Ermordung Chameneis
Iran: Landesweite Trauer nach Ermordung Chameneis / Foto: AP / AP
vor 14 Stunden

Nach der Ermordung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, durch die USA und Israel haben sich Tausende Menschen zu seinen Ehren in Teheran versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Enghelab-Platz skandierten Parolen gegen die USA und Israel, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag berichteten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch. Die iranische Regierung hatte zuvor eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen.

Ayatollah Chamenei war das geistige Oberhaupt des Iran und der schiitischen Muslime – von 1989 bis zu seiner Erdmordung bei US-israelischen Angriffen am 28. Februar. Während seiner Amtszeit stärkte er den Widerstand gegen den US-israelischen Einfluss im Nahen Osten. 

Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Trauerkundmärschen. In der heiligen Stadt Ghom versammelten sich Hunderte Menschen am Schrein der Fatima Masuma, um die Angriffe zu verurteilen. In Maschhad wurde als symbolischer Akt der Trauer eine schwarze Flagge über der Kuppel des Imam-Reza-Schreins gehisst. Er ist einer der bedeutendsten religiösen Stätten des Landes. Zahlreiche Menschen versammelten sich im Umfeld des schiitisch-islamischen Heiligtums.

Chamenei habe sich zum Zeitpunkt der Ermordung nicht in einem unterirdischen Schutzraum befunden, sondern sei „pflichtbewusst unter den Menschen“ gewesen, betonten iranische Staatsmedien. Der US-israelische Angriff habe ihn am frühen Samstagmorgen in seinem Büro in Teheran getroffen. Sein Tod stehe sinnbildlich für seine lebenslange öffentliche Führungsrolle, hieß es weiter. Nach iranischen Angaben wurden bei den Luftangriffen auch mehrere Angehörige Chameneis getötet.

Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds von Samstagabend wurden bei den US-israelischen Angriffen zu diesem Zeitpunkt 201 Menschen getötet und 747 weitere verletzt.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Dabei wurde unter anderem eine Mädchen-Grundschule in der südiranischen Provinz Hormozgan zerstört. Staatliche Medien des Iran berichteten am Samstagabend von mindestens 108 getöteten Kindern. Demnach wurden bei den landesweiten Luftangriffen auch mehrere ranghohe Vertreter des Iran ermordet.

Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. Am Sonntagmorgen kündigten iranische Staatsmedien eine neue Welle von Vergeltungsschlägen mit Raketen und Drohnen an.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen