NAHOST
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Nach US-israelischen Angriffen: SPD warnt vor Massenflucht aus Iran
Bei einer massiven Welle von Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran sind Hunderte Menschen ermordet worden. Nun könnten „Millionen“ nach Europa fliehen, sagt SPD-Sprecher Ahmetović.
Nach US-israelischen Angriffen: SPD warnt vor Massenflucht aus Iran
Foto: Fatemeh Bahrami/AA
vor 10 Stunden

Die SPD im Bundestag hat angesichts der Angriffe Israels und der USA auf den Iran vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Deutschland und Europa gewarnt. „Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht, Irak, Syrien, Libyen“, sagte der außenpolitischer Sprecher der SPD, Adis Ahmetović, dem „Stern“. „Wir versuchen gerade, Migration nach Europa neu zu ordnen. Das wird jetzt schwerer.“

Es könne „Millionen von Menschen“ geben, die nach Europa fliehen, sagte Ahmetović. „Sind wir bereit für einen neuen ‚Wir schaffen das‘-Moment? Ich glaube nicht“, fügte er hinzu.

Es sei gut, dass Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Chamenei, der das Land an den Abgrund geführt habe, Geschichte sei, erklärte der SPD-Politiker. „Aber bei aller Euphorie müssen wir auch die Gefahren im Blick behalten.“ Was nach Chamenei komme, sei völlig unklar. „Ein Vielvölkerstaat mit 90 Millionen Menschen hat jetzt das Potential für einen Bürgerkrieg, die Region könnte in einen Flächenbrand geraten“, warnte Ahmetović. Das hätte direkte Folgen für Deutschland und Europa.

Trump wolle mit dem Krieg auch China treffen, das Land zu einem Deal zwingen, erklärte der SPD-Politiker. China sei der größte Abnehmer für Erdöl aus dem Iran. Davor habe Washington bereits den venezolanischen Öl-Markt für Peking verschlossen. „Wenn der Konflikt zwischen den USA und China sich nun weiter zuspitzt, werden wir das auch spüren“, warnte Ahmetović. „Dass China handelspolitisch und in Wirtschaftsfragen mächtig ist und zuschlagen kann, haben wir zuletzt immer wieder gesehen.“

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden neben Hunderten Menschen auch mehrere ranghohe Vertreter des Iran ermordet – darunter auch das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. Dabei wurden nach Angaben der Bundeswehr unter anderem auch Bundeswehr-Stützpunkte im Irak und in Jordanien getroffen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen