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AK-Partei-Sprecher Çelik: Angriffe auf den Iran „völkerrechtswidrig“
Ankara hat die US-israelischen Angriffe auf den Iran als völkerrechtswidrige Eskalation verurteilt. AK-Partei-Sprecher Çelik warnt vor einer weiteren Destabilisierung der Region und fordert eine umgehende Rückkehr zu Dialog und Diplomatie.
AK-Partei-Sprecher Çelik: Angriffe auf den Iran „völkerrechtswidrig“
Foto: Osmancan Gürdoğan/AA
vor 4 Stunden

Der Sprecher der türkischen Regierungspartei AK-Partei, Ömer Çelik, hat die massiven US-israelischen Angriffe auf den Iran scharf verurteilt. „Wir betrachten diese Angriffe als unrechtmäßig und völkerrechtswidrig“, erklärte Çelik am Montag nach einer Sitzung des Zentralausschusses der AK-Partei in Ankara. Ziel müsse es sein, weiteres Leid für die iranische Bevölkerung zu verhindern und rasch zu diplomatischen Lösungen zurückzukehren.

„Solche Angriffe während laufender Verhandlungen zeigen, dass Diplomatie und Dialog bewusst missachtet werden“, sagte Çelik weiter. Bereits die ersten Attacken hätten erhebliche zivile Verluste verursacht, darunter die Bombardierung einer Mädchenschule im Süden des Iran sowie die Tötung hochrangiger politischer und militärischer Vertreter. Im Namen der AK-Partei sprach Çelik den Opfern sein Beileid aus und bekundete Solidarität mit dem iranischen Volk.

Ein Angriff unter dem Vorwand eines „Regimewechsels“ sei unzulässig und führe häufig zu innerstaatlicher Instabilität und regionalen Konflikten, so der Parteisprecher weiter. Ziel solcher Operationen sei nicht nur militärische Infrastruktur, sondern die staatliche Ordnung insgesamt – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung und die internationale Stabilität.

Zuvor hätten Gespräche in Oman und Genf stattgefunden, zudem sei eine weitere Verhandlungsrunde in Wien geplant gewesen, erinnerte Çelik. Auch der omanische Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi habe als Vermittler erklärt, man bewege sich in eine positive Richtung.

Dennoch sei es zu dem Angriff gekommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe sich mit großem Einsatz für die Einrichtung eines Verhandlungstisches eingesetzt und hierzu Gespräche mit US-Präsident Donald Trump, Irans Präsident Massud Peseschkian sowie weiteren Beteiligten geführt, so Çelik. Während ein solcher diplomatischer Prozess im Gange gewesen sei, sei ein Angriff dieser Art äußerst problematisch und werde schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Zudem kritisierte Çelik das gezielte Töten von Regierungsvertretern eines souveränen Staates. Ein solches Vorgehen sei rechtswidrig und untergrabe die internationale Ordnung. Niemand habe das Recht, einem Land einen Regimewechsel aufzuzwingen, da dies langfristig Chaos und humanitäre Katastrophen auslöse, betonte er.

Zudem habe Erdoğan heute mit Bundeskanzler Friedrich Merz gesprochen, fügte Çelik hinzu. Die Botschaft sei klar: Die Kämpfe müssten umgehend beendet und die Lösung erneut am Verhandlungstisch gesucht werden.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Dabei wurde unter anderem eine Mädchen-Grundschule in der südiranischen Provinz Hormozgan zerstört. Staatliche Medien des Iran berichteten am Samstagabend von mindestens 108 getöteten Kindern. Demnach wurden bei den landesweiten Luftangriffen auch mehrere ranghohe Vertreter des Iran ermordet, darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. 

Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den US-israelischen Angriffen bisher mindestens 555 Menschen getötet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen