Nach Festnahme von Kardinal Joseph Zen: Papst betet für Gläubige in China
Am 11. Mai war der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, festgenommen worden. Der Vorwurf gegen den 90-Jährigen: Verstoß gegen das umstrittene „Sicherheitsgesetz“. Er ist zwar auf Kaution frei, doch die Kirche in China ist besorgt.
Archivbild. Hongkong, 15. März 2004: Der Hongkonger Bischof Joseph Zen liest in seinem Büro in Hongkong ein katholisches Rundschreiben. (Reuters)

Nach der Festnahme von Kardinal Joseph Zen in Hongkong hat Papst Franziskus für die Gläubigen in China gebetet. „Ich verfolge mit Achtung und Anteilnahme das Leben und die oft komplexen Ereignisse der Gläubigen und Priester und bete jeden Tag für sie“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem traditionellen Mariengebet Regina Caeli vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Er lade zum Gebet ein, damit die Kirche in China in Freiheit und Ruhe in der aktiven Gemeinschaft mit der Weltkirche leben und ihre Mission der Verkündigung des Evangeliums an alle ausüben könne, erklärte der 85-Jährige weiter. 90-jähriger Zen soll gegen nationales Sicherheitsgesetz verstoßen haben Am 11. Mai wurde der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, festgenommen. Der Heilige Stuhl äußerte sich besorgt über den Vorfall. Zen kam wenig später auf Kaution frei. Dem 90-Jährigen wurde vorgeworfen, gegen das umstrittene nationale Sicherheitsgesetz verstoßen zu haben. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin - die Nummer Zwei im Vatikan – nannte die Festnahme „Vatican News“ zufolge „ausgesprochen unglücklich“. Der Vatikan vereinbarte 2018 ein Abkommen mit Peking zur Ernennung von Bischöfen in China, das am 22. Oktober 2022 auslaufen würde. Parolin sah dafür zwar keine Gefahr, hoffte aber, dass der Weg des Dialogs zwischen dem Heiligen Stuhl und China nicht noch komplizierter werde. Zen kritisierte in der Vergangenheit die kommunistische Partei Chinas und das Abkommen. Mehr zum Thema: Verfassungsschutz: China betreibt zur Imagepflege aggressive Propaganda

DPA