Italien: Siebter Wahlgang ohne Ergebnis – Parteien wollen Mattarella
Das amtierende Staatsoberhaupt Sergio Mattarella hat bei der Präsidentschaftswahl in Italien die meisten Stimmen bekommen. Für die nötige Mehrheit reichte es jedoch auch im siebten Wahlgang nicht.
29. Januar 2022, Italien, Rom: Wahlhelfer zählen im italienischen Parlament die Stimmzettel aus. Italiens Parlamentarier und Regionenvertreter kommen an diesem Samstag, 29.01.2022, zum siebten Wahlgang für ein neues Staatsoberhaupt zusammen. (DPA)

Italien hat auch nach dem siebten Wahlgang kein neues Staatsoberhaupt. Die Parlamentarier und Regionenvertreter gaben am Samstag mit 387 Stimmen die meisten für den amtierenden Staatschef Sergio Mattarella ab, wie der Präsident der Abgeordnetenkammer, Robert Fico, nach dem Durchgang verkündete. Damit erreichte kein Kandidat die nötige Mehrheit von 505 der 1009 möglichen Stimmen. 380 Wahlmänner und -frauen enthielten sich. Die Parteien des Mitte-Rechts und Mitte-Links-Lagers waren sich vor dem siebten Wahlgang weiter uneinig, welchen Kandidaten eine Mehrheit unterstützen würde. Wegen der verfahrenen Situation hieß es am Mittag von Vertretern einiger Parteien, dass sie Mattarella für eine zweite Amtszeit wählen wollen. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hat Regierungschef Mario Draghi mit Mattarella gesprochen. Unterstützung durch Silvio Berlusconi Auch Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi meldete sich bei dem Sizilianer und sicherte ihm Unterstützung zu, wie die Partei mitteilte. Vor der Wahl hieß es jedoch, dass der 80 Jahre alte Mattarella eigentlich keine weitere Amtszeit will. „Mattarella im Quirinalspalast und Draghi im Palazzo Chigi zu behalten, ist der einzige Weg, Italien vor dem Wahnsinn und dem Mangel an politischer Leitung zu schützen“, schrieb Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi auf Twitter. „Wir sind jetzt nahe an dem, was die Bürger wollen #Mattarella“, twitterte die linke Politikerin Loredana De Petris. Fico berief das Wahlgremium für 16.30 Uhr für den achten Wahlgang ein. Mehr zum Thema: Baerbock würdigt Italien als wichtigen Verbündeten

DPA