Ankara und Athen für Dialog ohne Vorbedingungen
Bei einem Arbeitsbesuch des griechischen Außenministers bei seinem türkischen Amtskollegen haben beide Seiten die Diplomatie in den Vordergrund gestellt. Geplant sind neue Lösungsansätze und vertrauensbildende Maßnahmen.
Greek FM Gerapetritis visits Ankara / Photo: Reuters (Reuters)

Die Außenminister von Türkiye und Griechenlands haben sich für eine Fortsetzung des Dialogs ohne Vorbedingungen ausgesprochen, um die Konfliktpunkte in der Ägäis zu lösen. Das teilten beide Seiten am Dienstag nach einem Treffen in Ankara mit.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte, Türkiye sei bereit, „neue Ansätze zur Lösung von Problemen“ zu finden. Dabei müsse aber auf das internationale Recht sowie die gegenseitigen Rechte und Interessen geachtet werden. Er kündigte an, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis noch in diesem Monat zusammenkommen werden. Das Treffen soll am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfinden.

Der griechische Außenminister George Gerapetritis sagte, er sei nach Ankara gekommen, um die „positive Agenda“​ zwischen den beiden Nachbarn fortzusetzen. Er kündigte an, dass bald vertrauensbildende Maßnahmen und Gespräche beginnen würden. Er fügte hinzu, dass sich beide Länder für den Frieden in der Region einsetzten.

Hochrangiges Treffen des Kooperationsrates geplant

Türkiye und Griechenland wollen noch vor Ende 2023 ein hochrangiges Treffen des Kooperationsrates abhalten. Es wäre das erste Treffen dieser Art seit sieben Jahren. Das letzte Treffen des hochrangigen Kooperationsrates zwischen den beiden Ländern hatte im März 2016 in der türkischen Ägäisprovinz Izmir stattgefunden.

Die Nachbarstaaten Türkiye und Griechenland streiten seit Jahrzehnten um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Es geht aber auch um die vorgeschriebene Entmilitarisierung der griechischen Inseln in der Nähe des türkischen Küstenstreifens.


TRT Deutsch