04.06.2021, Sri Lanka, Negombo: Ermittler untersuchen einen Strand in der Nähe von Colombo. Plastikpellets wurden von dem brennenden Frachtschiff „X-Press Pearl“ an Land gespült. Im Wasser um das ausgebrannte und halb versunkene Frachtschiff vor Sri Lanka sind Öl und grüne Verfärbungen vorgefunden worden. (DPA)

Nach dem verheerenden Brand auf einem mit Chemikalien und Plastik beladenen Containerschiff vor Sri Lanka sind dutzende Schildkröten und Delfine verendet. Die Tiere seien offenbar durch die starke Hitze und aufgrund von Vergiftungen durch Chemikalien umgekommen, teilten die Behörden am Donnerstag mit.

Bereits in den vergangenen Wochen seien die Kadaver von 48 Schildkröten, acht Delfinen und vielen kleineren Fischen an der Küste angespült worden. Der Tod eines neun Meter langen Blauwals, der auf der Insel Kayts angeschwemmt wurde, werde noch geprüft.

„Die Bilder der toten Schildkröten und Delfine zu sehen, ist sehr erschütternd für unser Volk“, sagte Umweltstaatssekretär Anil Jasinghe in Colombo. An den gefundenen Kadavern seien Brandspuren festgestellt worden. Um die Todesursache endgültig festzustellen, würden Autopsien vorgenommen. Es gebe außerdem Hinweise darauf, dass Vergiftungen der Grund für die jüngsten Funde von toten Schildkröten sein könnten, sagte Jasinghe.

Auf dem in Singapur registrierten Containerschiff „X-Press Pearl“ war am 20. Mai kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Colombo ein Feuer ausgebrochen. Erst nach 13 Tagen konnte es gelöscht werden. In der Zwischenzeit war das Schiff teilweise untergegangen. Durch den Brand an Bord wurden tonnenweise Plastikrohstoffe freigesetzt. Zudem hatte das Schiff 81 Container mit gefährlichen Chemikalien geladen, darunter 25 Tonnen Salpetersäure. Die Behörden sprechen von der „schlimmsten maritimen Katastrophe“ in der Geschichte von Sri Lanka.

Die Regierung in Colombo fordert 40 Millionen Dollar Schadensersatz von den Betreibern des Schiffes. Gegen Mitglieder der Besatzung wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Umweltschützer verklagten außerdem die Regierung und den Schiffseigner. Sie werfen diesen vor, zu spät auf das Unglück reagiert zu haben.

DPA