Symbolbild: Russische Rubel-Banknoten (DPA)
Folgen

Als Folge des Ukraine-Kriegs wird die russische Wirtschaft in diesem Jahr laut Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) um zehn Prozent schrumpfen. Für die Ukraine sagt die Bank in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Prognose einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 20 Prozent voraus. Die vor fünf Wochen begonnene russische Invasion im Nachbarland habe den „größten Versorgungsschock seit 50 Jahren“ ausgelöst, erklärte die EBWE.

Einschätzungen gehen von Waffenruhe nach wenigen Monaten aus

Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Bank noch vorhergesagt, dass Russlands Wirtschaft in diesem Jahr um 3,0 Prozent wachsen würde. Für die Ukraine hatte die EBWE ein Wachstum von 3,5 Prozent erwartet.

Die jetzt veröffentlichte neue Wachstumsprognose ist nach Angaben der Bank die erste, die von einer internationalen Finanzinstitution seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar veröffentlicht wurde. In ihren Einschätzungen geht die EBWE allerdings davon aus, dass innerhalb weniger Monate eine Waffenruhe ausgehandelt wird und bald danach eine „größere Anstrengung zum Wiederaufbau in der Ukraine beginnt“. Ukraine könnte bei Waffenstillstand um 23 Prozent wachsen

Bei einem solchen Szenario könnte der Bank zufolge die ukrainische Wirtschaft im nächsten Jahr um 23 Prozent wachsen. Die russische Wirtschaft würde demnach aber aufgrund der voraussichtlich fortbestehenden Sanktionen bei einem Nullwachstum verharren. Der Westen hat wegen der Invasion massive Finanz- und Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt.

Die EBWE war 1991 gegründet worden, um den Aufbau der Marktwirtschaft in Mittel- und Osteuropa zu unterstützen. Mittlerweile gibt es auch Projekte in Nahost und Nordafrika.

Mehr zum Thema: Lawrow in China: Moskau und Peking für weiteren Ausbau der Kooperation

AFP