Türkei: TOGG will Ende 2022 mit erstem E-Auto in Serie gehen (AA)

Der türkische Elektroautohersteller TOGG will die Serienfertigung seines ersten SUV-Modells im vierten Quartal 2022 aufnehmen. Nach Aussagen von Unternehmenschef Mehmet Gürcan Karakaş soll es vorerst zwei Designvarianten für das Fahrzeug geben – eine für den „westlichen“ und eine für den „eher orientalischen Geschmack“. Anfänglich soll das E-Auto ausschließlich in der Türkei verkauft werden. Ein Verkauf in Deutschland und Europa ist erst eineinhalb Jahre nach dem Marktstart geplant, berichtet die „Automobilwoche“ am Mittwoch.

Standortverlagerung in die Nähe von Bursa geplant

Laut Karakaş wird mehr als die Hälfte der Technologien mit lokalen Partnern entwickelt. TOGG wolle bis zum Ende des Jahres mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigten. Auch ein Vertriebskonzept werde derzeit ausgearbeitet.

In der türkischen Provinz Gemlik entstehe ein Werk mit einer Kapazität von 175.000 Fahrzeugen pro Jahr. Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Konzern fünf Modelle auf den Markt bringen. Laut Bericht der „Automobilwoche“ sollen dem SUV zunächst eine Limousine und ein Kombi folgen. Später würden der größeres SUV sowie ein Van produziert. Geplant sei auch ein Umzug der TOGG-Zentrale von Gebze (Provinz Kocaeli) nach Gemlik, eine Hafenstadt nahe Bursa.

Karakaş zufolge stehe zudem die Gründung eines Joint Ventures mit dem chinesischen Unternehmen Farasis Energy kurz vor dem Abschluss. TOGG will die Zellen für das Elektrofahrzeug aus dem Farasis-Werk in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) beziehen. Das chinesische Unternehmen sei neben der Zelllieferung auch für die Montage zuständig.

Fünf Unternehmen an TOGG beteiligt

Vor diesem Hintergrund habe Farasis sogar ein eigenes Werk für die Batteriemontage in der Nähe des TOGG-Werks in Bursa errichtet. Berichten zufolge soll dessen Produktion analog zu jener von TOGG starten. Die Türkei plane derweil den Ausbau von insgesamt 4000 Ladesäulen inklusive Schnelllader.

TOGG gilt als türkisches Prestigeprojekt. An dem Joint Venture Unternehmen sind fünf türkische Firmen beteiligt – darunter Mobilfunkspezialist Turkcell, der Mischkonzern Anadolu Group und der Nutzfahrzeughersteller BMC.

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