OECD korrigiert Wachstumsprognose der Türkei für 2020

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Wachstumsprognose der Türkei für 2020 korrigiert.

Nach ihrer jüngsten Wirtschaftsumfrage zur Türkei stellte die Organisation fest: Die Erholung der türkischen Wirtschaft von der ersten Pandemie-Welle sei zwar mit Gegenwind konfrontiert gewesen, aber relativ stark ausgefallen. 2020 sei die Wachstumsrate des Landes schätzungsweise um 0,2 Prozent gesunken, anstatt wie erwartet um 1,3 Prozent.

Der im Dezember veröffentlichte Wirtschaftsausblick der OECD prognostiziert ein Wachstum von 2,9 Prozent für 2021 und 3,2 Prozent für 2022.

Das globale Gremium schätzt die durchschnittliche Inflationsrate für 2021 auf 12 Prozent und für 2022 auf zehn Prozent. Die Türkei habe es geschafft, die Zahl der Coronavirus-Fälle in der ersten Phase des Ausbruchs relativ wirksam einzudämmen. Das sei einer starken Intensivpflege-Infrastruktur und gezielten Maßnahmen zu verdanken, so der OECD-Bericht.

Zwar verfüge die Türkei über solide öffentliche Finanzen, geriet aber mit umfangreichen außerbilanziellen Verpflichtungen in die Pandemiekrise, konstatiert OECD. Dies geschah in Form von staatlichen Kreditgarantien und durch Kredite von öffentlichen Banken.

Allerdings werde eine vollständige Erholung von der Krise voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Die sozialen Sicherheitsnetze der Türkei seien relativ bescheiden und die Unternehmensverschuldung hoch. Die Pandemie verschärft laut Bericht die geldpolitischen Herausforderungen.

Die unternehmerische Wirtschaftsleistung sei selbst unter den schwierigen makroökonomischen Bedingungen und geopolitischen Spannungen bemerkenswert.
Covid-19 habe den finanziellen Druck auf die produktiven Sektoren erhöht. Daher könnten türkische Unternehmen bei der Einführung fortschrittlicher digitaler Technologien auf der Strecke bleiben, warnte die OECD.

TRT Deutsch