Trotz exzellenter Corona-Maßnahmen und fallender Infektionszahlen bleiben die Touristenzahlen in der Türkei unter den Erwartungen. Unter den Corona-Auswirkungen hat die Reisebranche am härtesten gelitten. Während des Shutdowns konnten Reisebetreiber und Tourismusunternehmen weltweit keinen Umsatz erzielen. Noch immer sind die finanziellen Folgen der Pandemie überall auf der Welt zu spüren – auch in der Türkei.

Als Präsident der türkischen Industrie- und Handelskammer (AHK) und Gastgeber des Meetings gab Markus C. Slevogt einen Einblick in die Schwierigkeiten und Chancen in der Reisebranche. Trotz exzellenter Vorbereitung auf eine Reisesaison unter Corona-Bedingungen bleiben die Urlauber weg – unter anderem weil die Bundesregierung die Türkei als Risikoregion eingestuft hat. Der Tourismus in der Türkei leide unter diesem Beschluss, so Slevogt.

Timuçin Güler vom Generaldirektorat für Tourismusförderung forderte von der deutschen Regierung die Aufhebung der Reisebeschränkungen für die Türkei. Schließlich gehöre die Türkei zu den Ländern mit der weltweit erfolgreichsten Gesundheitspolitik gegen Covid-19. Deutschland müsse bei dem Umfang an Sicherheitsmaßnahmen in der Türkei auf eine Quarantänepflicht bei der Rückkehr in die Bundesrepublik verzichten.

Zertifikatsprogramm „Sicherer Tourismus“

Die Türkei hat vor Beginn der Saison die Badeorte und Hotels corona-zertifizieren lassen. Das Zertifikatsprogramm „Sicherer Tourismus“ setzt festgelegte Kriterien des Gesundheitsministeriums um und überprüft diese regelmäßig. Die Zertifikate sind nur einen Monat gültig. Daher müssen Hotel- und Gastronomiebetreiber die Prozedur jeden Monat erneut durchlaufen, sodass eine permanente Gewährleistung der Sicherheit möglich wird.

Die Türkei bietet zudem ab dem 1. Juli ausländischen Touristen Krankenversicherungspakete an. Diese Zusatzversicherungen können bei der Reisebuchung oder bei der Ankunft am Flughafen abgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um eine Behandlungsabsicherung im Falle einer Covid-19-Infektion. Die Pakete kosten zwischen 15 und 23 Euro. Mit den befristeten Verträgen werden alle Gesundheitsausgaben bis zu EUR 3000, 5000 oder 7000 Euro abdeckt.

Auch der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig, lobte die Türkei für ihr Leistungsangebot – die türkische Reisebranche biete zu guten Preisen exzellente Qualität. Selbst die Preise seien trotz Corona-Krise stabil geblieben. Die Türkei sei nach Spanien das zweitbeliebteste Reiseland der Deutschen, so Fiebig.

Die Rekordmarke von jährlich fünf Millionen deutschen Touristen sei in der Vergangengeit bereits geknackt worden. 2019 begrüßte die Türkei als beliebtes Urlaubsland mehr als 45 Millionen Touristen aus der ganzen Welt.



TRT Deutsch