Ein Screenshot aus einem Video der Turkish Aerospace Industries (TAI) über die von dem Unternehmen entwickelten Kommunikationssatelliten-Technologien, 12. Februar 2021. (DHA)

Die Türkei hat auf der „Internationalen Messe der Verteidigungsindustrie“ (IDEF) in Istanbul ihr erstes Satelliten-Exportabkommen mit einem argentinischen Unternehmen unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde am Donnerstag zwischen Turkish Aerospace Industries (TAI) und dem argentinischen Technologieunternehmen INVAP unterzeichnet.

Im Rahmen der Vereinbarung soll ein Satellit mit der Bezeichnung „ARSAT-SG1“ für die Anforderungen des staatlichen argentinischen GSM-Betreibers Arsat hergestellt werden, dessen Auslieferung für 2024 geplant ist.

Projekt soll ziviler Datennutzung dienen

Das gemeinsame Unternehmen GSATCOM Space Systems Inc., das mit der technischen Umsetzung betraut ist, wurde im Teknopark der Technischen Universität des Nahen Ostens (METU) in der türkischen Hauptstadt Ankara gegründet. Es hat bereits 2019 ein Entwicklungsprogramm für eine neue Generation von Kommunikationssatelliten ins Leben gerufen.

Der Satellit wird, so der Inhalt der Vereinbarung, in der erdsynchronen Umlaufbahn betrieben und für die zivile Datenübertragung genutzt werden. Er soll über ein vollelektrisches Antriebssystem und eine Ausgangskapazität von über 50 Gbit/s im Ka-Band verfügen.

Ismail Demir, der Vorsitzende des türkischen Präsidiums der Verteidigungsindustrie (SSB), äußerte sich zuversichtlich dahingehend, dass das gemeinsame Projekt von TAI und INVAP den Bedarf Südamerikas für die kommenden Jahren decken werde. Das Satellitenprojekt mit einer Lebensdauer von 15 Jahren in der Umlaufbahn werde neue Möglichkeiten für beide Länder und Unternehmen schaffen, betonte Demir. Der Türkei werde es gleichzeitig neue Horizonte in der Raumfahrt- und Satellitenindustrie eröffnen.

Vicente Campeinni, der Vertreter von INVAP, erklärte seinerseits, dass es bei dem Abkommen nicht nur um die Entwicklung eines Satelliten gehe, sondern um den ersten kommerziellen Satelliten überhaupt, der von den beiden Ländern gebaut werde.

1200 Unternehmen nehmen an IDEF teil

Die „Internationale Messe der Verteidigungsindustrie in Istanbul“ stellt seit Dienstag die neuesten militärischen und technologischen Produkte der Türkei vor. Die viertägige Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Präsidentschaft der Republik Türkei. Sie wird vom türkischen Verteidigungsministerium ausgerichtet und von der größten türkischen Messegesellschaft Tuyap im Auftrag der Stiftung der türkischen Streitkräfte organisiert.

Laut einer Erklärung des Messeveranstalters Tuyap nehmen 2021 rund 1200 Unternehmen aus der Türkei und dem Ausland an der Veranstaltung teil. Bereits im vergangenen Jahr hatten trotz coronabedingter Einschränkungen mehr als 1000 Aussteller auf der Veranstaltung ihre Angebote präsentiert, die von rund 76.000 Fachleuten aus 71 Ländern besucht wurde.

Auf der Messe wird auch breite Palette von Verteidigungsprodukten aus verschiedenen Bereichen ausgestellt, darunter Landfahrzeuge, Drohnen, Waffen, Simulatoren, Radare, Sonare, Lösungen für Marineplattformen, Luftfahrtsysteme, Raketen, logistische Fahrzeuge, Versorgungsausrüstung und Sicherheitssysteme.

Außerdem finden Panels zu verschiedenen Themen wie Weltraumforschung, Zukunftstechnologien und digitale Transformation statt.

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