Ein Fahrer des Lieferdienstes Gorillas vor einem Lager des Unternehmens in Berlin-Kreuzberg. (DPA)

Der Gründer des Lieferdienstes „Gorillas“, Kağan Sümer, wehrt sich gegen Kritik an den Arbeitsbedingungen seines Unternehmens. „Wir beuten niemanden aus“, sagte Sümer der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Bei Gorillas seien die Fahrer fest angestellt, inklusive Sozialversicherungen. „Damit heben wir uns bewusst von der Konkurrenz ab.“

Der Lebensmittel-Lieferant steht seit Wochen in der Kritik und wurde in Berlin zeitweise von eigenen Fahrern bestreikt. Sie fordern unbefristete Verträge, mehr Geld und weniger Gewicht auf dem Rücken. In Deutschland, in den Niederlanden und in Belgien satteln die Fahrerinnen und Fahrer laut FAS deshalb vom Rad aufs Lastenrad um.

Der gebürtige Türke Sümer hatte den Online-Dienst, der Lebensmittel innerhalb von zehn Minuten nach Hause liefert, vor anderthalb Jahren in Berlin gegründet. Mittlerweile beschäftigt er laut Bericht tausende Mitarbeiter in neun Ländern. Bei dem rasanten Wachstum komme es eben auch zu „Unstimmigkeiten“, sagte Sümer der Zeitung.

Gorillas musste bei Kundenwünschen dazulernen

Bei den Kundenwünschen musste Sümer dazulernen. „Wir hatten damit gerechnet, dass wir vor allem die junge Stadtbevölkerung ansprechen, die lokale Biersorten und vegane Chips bestellen“, sagte er der Zeitung. „Aber die meisten Kunden ordern frisches Obst und Gemüse. Und es bestellen auch viele Ältere bei uns.“

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Bringdiensten, viele der Angebote gibt es bisher aber nur in größeren Städten. Insbesondere die sehr schnellen Lieferdienste, die Einkäufe in zehn Minuten an die Haustür bringen, arbeiten aus einem engen Netz von zentral gelegenen Lagern, das nur in den Innenstädten großer Städte besteht.

AFP