Berliner Hotelbranche: Weniger Buchungen aus dem Ausland erwartet

Die Berliner Hotelbranche rechnet nach herben Einbrüchen in der Corona-Krise mit einer langsamen Erholung.

Es sei sehr zu hoffen, dass der Berlin-Tourismus schon im Sommer wieder deutlich anziehe, sagte Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga). „So richtig daran glauben kann ich noch nicht - es wird Jahre dauern, bis wir die tollen Zahlen aus dem Jahr 2019 wieder erreichen“, sagte er. „Außer es wird schnell ein Impfstoff entwickelt, und die Gesamtwirtschaft erholt sich doch schneller, als wir alle denken.“ Vom 25. Mai an dürfen in Berliner Hotels wieder Touristen übernachten. 2019 kamen rund 14 Millionen Besucher nach Berlin, die Zahl der Übernachtungen stieg auf 34,1 Millionen - ein Rekordjahr. Die Auslastung der Hotels lag bei 80 Prozent. Lengfelder erwartet, dass sie 2020 deutlich darunter bleibt. „Wenn die Hotels zum Ende des Jahres nur 30, 40 Prozent Belegung erzielen, wäre das fürchterlich“, so der Dehoga-Geschäftsführer. „Es ist das schlimmste Jahr, das ich jemals miterlebt habe, und ich war auch viele Jahre Hotelier.“ Burkhard Kieker, Chef der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin, rechnet damit, dass zunächst vor allem Touristen aus Deutschland zurückkommen. „Wir haben Gott sei Dank einen starken Heimatmarkt. Der Anteil der ausländischen Touristen lag zuletzt um 45 Prozent. “Ein Problem sei, dass gerade die für Berlin wichtigsten Märkte wie Großbritannien, Italien, Spanien und die USA besonders von der Corona-Pandemie betroffen seien. „Aus diesen Ländern freuen wir uns, wenn Gäste kommen. Ich bin aber nicht sicher.“

DPA