Inmitten wachsender Spannungen in der syrischen Oppositionshochburg Idlib haben sich Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan über die Lage ausgetauscht.

Nach Angaben des Kremls vom Mittwoch wollen beide Seiten an ihren bisherigen Vereinbarungen zur Lösung des Konflikts festhalten. Dazu solle es weitere Kontakte zwischen den zuständigen Ministerien beider Länder geben, teilte der Kreml mit. Gemeint sind die Verteidigungs- und die Außenministerien in Moskau und Ankara. Es seien verschiedene Aspekte einer Lösung des Konflikts in Syrien besprochen worden - besonders im Hinblick auf die Spannungen in der Oppositionshochburg Idlib, hieß es in der russischen Mitteilung. Die Initiative für das Gespräch sei von Erdoğan ausgegangen. Er hatte Russland einen Bruch der bisherigen Vereinbarungen vorgeworfen - und forderte einen Abzug der Armee des syrischen Regimes. Erdoğan hatte nach den jüngsten Auseinandersetzungen mit dem Militär des Regimes im Norden von Syrien neue Vergeltungsmaßnahmen angekündigt.

Russland dagegen hatte die Offensive des Militärs von Diktator Baschar al-Assad verteidigt und der Türkei vorgeworfen, zu wenig im Kampf gegen Terroristen zu tun. Bei den Kämpfen waren Soldaten auf beiden Seiten gestorben. Idlib ist das letzte große Oppositionsgebiet in Syrien, wo seit fast neun Jahren ein Bürgerkrieg herrscht. Die Region wird unter anderem von der Al-Qaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) kontrolliert. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt die gemäßigte Opposition. Russland steht auf der Seite des syrischen Regimes.

DPA