Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Muslimen in Deutschland ein entschlossenes Eintreten gegen rassistische Hetze versprochen. „Hass und Ausgrenzung, gewaltsame Übergriffe auf Muslime, Angriffe auf Moscheen, das dürfen wir nicht dulden, das dürfen wir nicht zulassen“, schrieb Steinmeier am Freitag in einer Grußbotschaft zum Ende des Fastenmonats Ramadan. „Das ist Aufgabe jedes Einzelnen. Und es ist Aufgabe des Staates, Sie zu schützen.“

Der Ramadan endet am 23. Mai mit dem anschließenden Fest Eid al-Fitr, auch Zuckerfest genannt. Steinmeier erinnerte daran, dass der Fastenmonat in diesem Jahr von dem Anschlag im hessischen Hanau vor drei Monaten überschattet worden sei. „Unter den Opfern des von rassistischem Hass verblendeten Täters waren viele Muslime.“

Am 19. Februar hatte dort ein 43-jähriger deutscher Terrorist neun Menschen mit Migrationsgeschichte getötet, weitere Menschen wurden verletzt. Der rechtsextreme Täter soll auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete. Vor der Tat hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

„Die Tat hat mich zutiefst erschüttert“, schrieb Steinmeier. „Sie war ein Anschlag auf unser friedliches Zusammenleben und auf alle Werte, die wir in diesem Land teilen: die Achtung der Menschenwürde, die Toleranz und Vielfalt, die Freiheit des Glaubens.“

„Der Ramadan und sein Ende werden überschattet von der Corona-Pandemie“, sagte Steinmeier. Das Grundgesetz garantiere das Recht auf freie Religionsausübung. „Und doch war es erforderlich, Zusammenkünfte vorübergehend einzuschränken, um Menschenleben zu retten.“

„Gemeinsame Gebete, gemeinsames Essen nach Sonnenuntergang, das fröhliche Fest können dieses Jahr gar nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden.“ Er danke allen, „die diese strengen Regeln eingehalten und dazu beigetragen haben, dass wir erste Erfolge im Kampf gegen das Virus erzielen konnten“.

TRT Deutsch und Agenturen