Das türkische Außenministerium in Ankara.

Nach der Einstufung der Ereignisse von 1915 als Völkermord gegen die Armenier durch das niederländische Repräsentantenhaus äußert die Türkei scharfe Kritik. Der türkische Außenamtssprecher Hami Aksoy erklärte am Donnerstag, die Entscheidung sei ein zum Scheitern verurteilter Versuch, die Geschichte umzuschreiben.
„Diejenigen, die dieser Entscheidung zustimmen, anstatt nach den tatsächlichen Ereignissen von 1915 zu suchen, sind Populisten und auf Stimmen aus“, monierte Aksoy.
„Wir laden Sie ein, die Bemühungen für ein besseres Verständnis der historischen Frage zu unterstützen“, sagte er. Der Vorschlag der Türkei zur Schaffung einer gemeinsamen Geschichtskommission sei hierbei eine mögliche Option.
Aksoy forderte die niederländische Regierung auf, sich lieber auf den Kampf gegen Rassismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit zu konzentrieren, anstatt die Türkei ins Visier zu nehmen.
Die Türkei bezeichnet die Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich als Tragödie. Die Führung der Jungtürken hatte nach vorangegangen Massakern an der türkischen Bevölkerung durch armenische Milizen eine umstrittene Umsiedlung der Armenier in Ostanatolien angeordnet. Dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen.

Ankara hat wiederholt die Schaffung einer gemeinsamen Kommission mit Historikern aus der Türkei und Armenien vorgeschlagen, um zusammen mit internationalen Experten die Vorfälle aufzuarbeiten. Armenien versucht seinen Völkermord-Vorwurf international durchzusetzen, um Entschädigungen einzufordern. Mehr zum Thema:Berg-Karabach-Konflikt: 29 Jahre nach Massaker von Chodschali

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