Bei einem Luftangriff auf eine Militärakademie in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind nach Behördenangaben mindestens 28 Menschen getötet worden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Opfer noch weiter steige, sagte der Gesundheitsminister der international anerkannten Regierung, Hamid bin Omar, der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefonat. Verbündete der Regierung in dem Bürgerkriegsland machten die Truppen des selbsternannten Machthabers Khalifa Haftar für den Angriff verantwortlich. Ein Sprecher wies dies zurück. Haftar kontrolliert mit seiner Libyschen Nationalarmee den Osten des Landes, wo auch das Parlament sitzt. Er versucht seit rund acht Monaten, Tripolis einzunehmen. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Gewalt und Chaos, Milizen ringen um die Vorherrschaft in dem ölreichen Land. Haftar wird von Russland, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien unterstützt. Die Türkei will Truppen zur Unterstützung der Regierung entsenden.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte zuletzt, dass eine vermehrte ausländische Unterstützung der Kriegsparten den Konflikt verschärfe und eine Friedenslösung erschwere. Er forderte zudem erneut eine sofortige Waffenruhe.

Reuters