Schweiz: Hardliner Dettling neuer Parteichef der rechtspopulistischen SVP / Photo: AA (AA)
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Die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP) hat einen neuen Chef. Am Samstag wählten die Delegierten auf ihrem Parteitag Marcel Dettling zum Nachfolger des im vergangenen Dezember zurückgetretenen Marco Chiesa. Der 43-Jährige wurde in Langenthal im Kanton Bern einstimmig gewählt.

Dettling ist Landwirt und gilt als Hardliner innerhalb seiner Partei. Er wurde in seinem Heimatkanton Schwyz in den Nationalrat gewählt und hat sich in seiner Partei unter anderem als Wahlkampfleiter und Vize-Parteichef einen Namen gemacht.

Die SVP ist die stärkste politische Kraft in der Schweiz. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Oktober holte sie mit 28 Prozent das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte - und holte neun zusätzliche Sitze im Nationalrat. Ihren Wahlkampf hatte die SVP vor allem mit Parolen gegen die „Masseneinwanderung“ in die Eidgenossenschaft geführt.

Dettling betont „Freiheit“ und „Unabhängigkeit“ der Schweiz im Verhältnis zur EU

In seiner Rede auf dem Parteitag pochte Dettling unter anderem auf die „Freiheit“ und „Unabhängigkeit“ der Schweiz im Verhältnis zur EU. Zuletzt hatten sowohl die EU und die Schweiz grünes Licht gegeben für erneute Verhandlungen über eine Annäherung. 2021 waren die Gespräche über ein sogenanntes Rahmenabkommen zu den bilateralen Beziehungen gescheitert.

In der Regierung - die in der Schweiz Bundesrat heißt und sich nach dem Schema 2-2-2-1 aus Mitgliedern der vier Stärksten Parteien - zusammensetzt stellt die SVP derzeit zwei Kabinettsmitglieder: Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Umweltminister Albert Rösti.

AFP