Archivbild: Arsenals Mittelfeldspieler Mesut Özil.

Der Fußballstar Mesut Özil hat seinen Club FC Arsenal für seine distanzierte Haltung gegenüber der Uiguren-Verfolgung in China kritisiert. Das sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler dem britischen Online-Magazin „The Athletic” am Mittwoch.

Mehr als eine Million Uiguren, eine muslimische und turksprachige Minderheit in China, wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Experten in chinesischen Internierungslagern gehalten. Özil machte sich in sozialen Netzwerken wiederholt für die Uiguren stark – der FC Arsenal hat sich jedoch von dem Schritt distanziert.

In einem Beitrag auf der chinesischen Social-Media-Webseite „Weibo“ teilte der Verein mit, Arsenal mische sich nicht in die Politik ein. Bei der „Black Lives Matter“-Bewegung jedoch hatte der Fußball-Club solch einen Neutralitätsanspruch nicht. Nachdem der Afroamerikaner George Floyd in den USA bei einem rassistischen Polizeieinsatz starb, drückte der FC Arsenal – so wie viele andere Premier-League-Vereine – seine Unterstützung für die Anti-Rassismus-Bewegung aus.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler mit türkischen Wurzeln habe im Hinblick auf die Unterdrückung der Uiguren eine ähnliche Haltung gewünscht: „In Amerika sahen wir, wie George Floyd getötet wurde, und die Welt sprach sich dafür aus, Black Lives Matter zu sagen, und das ist richtig. Wir sind alle gleich, und es ist eine gute Sache, dass die Menschen gegen Ungerechtigkeit kämpfen.”

Es gebe viele schwarze Spieler bei Arsenal, ebenso Fans. Es sei fantastisch, dass der Club sie unterstützt. Dieselbe Herangehensweise habe er sich auch im Falle der Muslime gewünscht. Schließlich habe Arsenal ebenfalls viele muslimische Spieler und Fans. Es sei wichtig, dass die Welt sagt: „Muslim Lives Matters”.

„Es spielt keine Rolle, welcher Religion oder Hautfarbe man angehört – Moslem, Christ, Jude, Schwarzer, Weißer oder irgendetwas anderes. Wir sind alle gleich”, betonte Özil.

Zudem unterstrich er, seine Aussagen seien nicht gegen das chinesische Volk gerichtet gewesen. Er kritisiere lediglich diejenigen, die die Verfolgung der uigurischen Muslimen zu verantworten haben, sowie diejenigen, die der Minderheit keine Hilfe leisten – wie etwa die Regierungen muslimischer Länder.

TRT Deutsch und Agenturen