Ein jesidisches Mädchen am 4. Februar 2019 in einem Flüchtlingslager auf dem Berg Sinjar im Irak. (Reuters)

Der „Zentralrat der Eziden“ hat die Terrororganisation PKK aufgerufen, „die von ihr entführten Ezidinnen und Eziden“ unverzüglich freizulassen. Angehörige der Minderheit würden „gegen ihren Willen“ für eine militärische Ausbildung in das Kandil-Gebirge gebracht, kritisierte der Verein in einer Pressemitteilung am 16. August.

„Nach der ideologischen Indoktrination werden sie dann überall, wie zum Beispiel in der Türkei, im Irak oder in Syrien eingesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Rekrutierten noch minderjährig sind“, beklagte der stellvertretende Bundesvorsitzender des Zentralrates der Eziden in Deutschland (ZÊD), Dr. Said Saydo.

Die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren sei vor allem deshalb problematisch, weil es als ein „Kriegsverbrechen“ darstelle. „Wir werden dies nicht hinnehmen und unserem Volk in noch so schwierigen und dunklen Zeiten bedingungslos beistehen.“

Wer es wage aus den Reihen der PKK zu fliehen, dem drohten folgenschwere Konsequenzen. Sie würden „entweder mit dem Tode oder mit dem Gefängnis“ bestraft, sagte Saydo.

Die PKK ist 1978 gegründet worden und kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. Sie wird in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. In ihrer mehr als 40-jährigen Terrorkampagne hat die Organisation den Tod von über 40.000 Menschen zu verantworten, darunter Frauen und Kinder.

Seit 1999 ist die PKK auch in europäischen Ländern aktiv und nutzt die EU als Rückzugsort für Propaganda-, Rekrutierungs-, und Spendenaktionen.

TRT Deutsch