14. Mai 2021: der Gazastreifen nach einem Luftangriff Israels (AFP)

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben von Ärzten am frühen Samstagmorgen zehn Mitglieder einer Familie getötet worden. Unter den Toten seien acht Kinder und zwei Frauen, teilten die Ärzte in dem Palästinensergebiet mit.

Der Luftangriff erfolgte den Angaben zufolge im Westen des Gazastreifens. Demnach stürzte ein dreistöckiges Gebäude im Flüchtlingslager Al-Schati ein.

„Alle Kinder haben Angst und wir haben Angst um die Kinder“

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Samstag mehrere Ziele im Zentrum der Stadt Gaza an, wie die Armee mitteilte. Dabei sei ein „Einsatzbüro“ der Hamas nahe dem Zentrum von Gaza getroffen worden. Auch unterirdische Abschussanlagen wurden den Angaben zufolge bombardiert.

„Alle Kinder haben Angst und wir haben Angst um die Kinder“, sagte der Palästinenser Kamal al-Haddad, der mit seiner Familie vor den Luftangriffen in eine von der UNO geförderte Schule in Gaza floh. Aus dem Palästinensergebiet wurden derweil die Raketenschläge auf Israel als Reaktion auf das aggressive Vorgehen Tel Avivs fortgesetzt. Im Süden des Landes war Raketenalarm zu hören.

137 Todesopfer auf palästinensischer Seite

Die israelische Armee griff seit Wochenbeginn fast 800 Ziele in dicht besiedelten Wohnvierteln im Gazastreifen an. 126 Menschen wurden dabei getötet, darunter 31 Kinder. Etwa 950 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Am Freitag griff der Konflikt auch auf das Westjordanland über. Dort starben nach Angaben der palästinensischen Behörden elf Menschen. Seit Montag sollen bereits mehrere Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Ziele abgefeuert worden sein. Nach Behördenangaben wurden neun Menschen tödlich getroffen, mehr als 560 Menschen sollen Verletzungen erlitten haben. Die Angriffe Israels sorgen auch in Jerusalem und im Inland für immer größere Proteste. Die israelische Polizei setzt hier Tränengas und umstrittene Gummigeschosse ein. Mehr als 750 Demonstranten wurden bereits festgenommen.

TRT Deutsch und Agenturen