03.01.2021, Irak, Bagdad: Ein Mann ruft Slogans während eines Protestes von Anhängern der vom Iran unterstützten schiitischen Milizen, den so genannten Volksmobilisierungskräften, auf dem Tahrir-Platz. (DPA)

Ein Jahr nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die US-Armee haben Zehntausende Iraker bei einem Massenprotest Vergeltung für die Tat gefordert. Sie versammelten sich am Sonntag im Zentrum der Hauptstadt Bagdad. Bei den meisten soll es sich um Anhänger pro-iranischer Milizen handeln.

Der Chef der irakischen „Volksmobilisierungskräfte“, Falih al-Fajad, forderte in einer Rede den Abzug aller US-Truppen, so wie es das irakische Parlament beschlossen habe. Jeder, der „die Symbole des Volkes“ angreife, müsse zu Rechenschaft gezogen werden. Bei den „Volksmobilisierungskräften“ handelt es sich um eine vom irakischen Staat geförderte Dachorganisation aus 40 größtenteils schiitischen Milizen, die dem Iran nahestehen sollen.

Die US-Armee hatte Soleimani und den einflussreichen irakischen Milizen-Anführer Abu Mahdi al-Muhandis am 3. Januar vergangenen Jahres bei einem Raketenangriff in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet. Soleimani war Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, die zu einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte gehören. Er koordinierte die Aktivitäten Iran-treuer Milizen im Irak und anderen Ländern. Al-Muhandis wiederum leitete eine Gruppe von zehntausenden paramilitärischen Kämpfern im Irak.

Washington begründete seinen damaligen Angriff damit, dass Soleimani Anschläge auf US-Einrichtungen geplant habe. Im Juli erklärte die UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Hinrichtungen, der Angriff sei eine „willkürliche Tötung“ gewesen. Die US-Armee unterstützt die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh, die im Irak weiter aktiv ist. Der Raketenangriff auf Soleimani hatte die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter erhöht. Im Irak kam es danach mehrfach zu Raketenangriffen auf Militärstützpunkte, die von den US-Truppen genutzt werden, und auf die hoch gesicherte Grüne Zone in Bagdad. Dort liegt die US-Botschaft.

Agenturen