02.04.2024, Palästinensische Gebiete, Dair El-Balah: Palästinenser inspizieren die schwer beschädigten Fahrzeuge der in den USA ansässigen internationalen ehrenamtlichen Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK). Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben der Hilfsorganisation World Central Kitchen mehrere ihrer Mitarbeiter getötet worden. / Photo: DPA (dpa)
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Die US-Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) hat angekündigt, ihre Arbeit im Gazastreifen vorerst einzustellen, nachdem mehrere ihrer Mitarbeiter bei einem israelischen Angriff in dem Palästinensergebiet getötet worden sind. WCK werde „unsere Aktivitäten in der Region aussetzen“, erklärte die Organisation am Dienstag. Bei dem Angriff der israelischen Armee seien „sieben Mitglieder unserer Mannschaft getötet worden“, hieß es weiter.

WCK erklärte, die israelischen Streitkräfte hätten „trotz Absprachen“ einen Konvoi getroffen, „als er das Lager in Deir al-Balah verließ“. Das Team habe dort 100 Tonnen Nothilfe abgeladen, die auf dem Seeweg geliefert worden seien.

Die Opfer stammten demnach aus Australien, Polen, Großbritannien. Zu ihnen zählten auch eine Person mit doppelter Staatsangehörigkeit aus den USA und Kanada sowie Palästinenser.

WCK ist seit dem Beginn des Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen an der Verteilung von Hilfsgütern in dem Palästinensergebiet beteiligt. Sie ist eine von zwei Hilfsorganisationen, die Hilfsgüter von Südzypern aus per Schiff in den Gazastreifen liefern, und war dort auch am Bau eines provisorischen Anlegers beteiligt.

EU-Chefdiplomat verurteilt Luftangriff

EU-Chefdiplomat Josep Borrell verurteilte den Luftangriff im Gazastreifen. Er würdige die Mitarbeiter und dränge auf eine Untersuchung, schrieb der EU-Außenbeauftragte auf der Plattform X (ehemals Twitter). „Trotz aller Forderungen zum Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern gibt es neue unschuldige Opfer.“

Dies zeige, dass die Resolution des UN-Sicherheitsrates, in der ein sofortiger Waffenstillstand, ein uneingeschränkter humanitärer Zugang und ein verstärkter Schutz der Zivilbevölkerung gefordert werde, unverzüglich umgesetzt werden müsse, schrieb Borrell weiter. Mit der völkerrechtlich bindenden Resolution hatte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen Ende März zudem die umgehende und bedingungslose Freilassung aller von der Hamas festgehaltenen Geiseln verlangt.

TRT Deutsch und Agenturen