Die TRT Deutsch-Redaktion ist erneut zur Zielscheibe von rechtsextremer Gesinnung geworden. Am Freitagvormittag ging im Berliner Büro der Nachrichtenplattform ein Drohbrief ein – unterzeichnet von demselben Absender. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert.

Die selbsternannte „Prinz Eugen Gruppe“, kurz PEG, verfasste einen offensichtlich rassistischen Brief mit demselben Layout (Ferkelfoto und „ALLAHU AKBAR“-Beschriftung), aber neuem Inhalt. Es handelt sich um den zweiten Drohbrief innerhalb derselben Woche.

Der Brief spricht den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan namentlich an und beleidigt ihn auf schwere Weise. Die Gründung von TRT Deutsch, dem deutschsprachigen Ableger vom türkischen Staatssender TRT, hatte in der deutschen Medienlandschaft für Aufmerksamkeit gesorgt.

Auch diesmal enthält der Brief offen rassistische und rechtsradikale Diffamierungen. „Türken & Araber“ seien „der Müll Europas“ und Erdoğan sei ein „Türken-Kaffer“. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei ermittelt.
Die Polizei ermittelt. (TRT Deutsch)

Noch ist unklar, ob es sich bei der PEG um eine organisierte rechtsextreme Gruppe oder um einen rechten Einzeltäter handelt. Sicher ist aber, dass der Name der Gruppe gezielt ausgewählt wurde: Prinz Eugen war eine historische Persönlichkeit – ein Oberbefehlshaber aus dem Habsburgerreich, der während des sogenannten Großen Türkenkrieges das Heer gegen die Osmanen leitete. Er wurde später von den Nationalsozialisten zur arischen Symbolfigur stilisiert.

Während des Zweiten Weltkriegs etablierten die Nationalsozialisten die sogenannte 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“. Sie rekrutierte sich vor allem aus Volksdeutschen. Die Division soll während des Partisanenkriegs für mehrere Kriegsverbrechen in Jugoslawien verantwortlich sein.

TRT Deutsch-Mitarbeiter erklärten, dass sie sich in keinster Weise einschüchtern ließen und ihre Pressearbeit gegen jegliche Form von Rassismus und rechtem Terror mit Entschlossenheit fortsetzen würden.

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