06.05.2019, Rheinland-Pfalz, Mainz: Jörg Ziercke, Bundesvorsitzender des Vereins zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern, gestikuliert. (dpa)
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Die Entschädigung für jahrelang zurückliegenden sexuellen Kindesmissbrauch muss nach Auffassung des Bundesvorsitzenden des Weißen Rings, Jörg Ziercke, ausgeweitet werden. Der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch sehe bis zu 10.000 Euro Entschädigung für Erwachsene vor, die vor 20 oder 30 Jahren beispielsweise in Heimeinrichtungen oder Schulen missbraucht wurden, sagte Ziercke der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
„Das ist aber begrenzt für Taten vor dem 30. Juni 2013“, kritisierte der frühere Chef des Bundeskriminalamts. „Alles was danach kommt, fällt nicht mehr drunter. Das ist überhaupt nicht einzusehen.“
Er habe daher bereits an die zuständige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) geschrieben. „Das muss für alle Taten des sexuellen Missbrauchs gelten - ohne Stichtag“, so Ziercke. „Kinder und Jugendliche, die erwachsen geworden sind, haben sich geöffnet und ihr Schweigen gebrochen und fallen dann durch die Stichtagsregelung raus.“ Die Entschädigungen werden in einem ergänzenden Hilfesystem aus einem Fonds bezahlt.

dpa