US-Stützpunkt Ramstein: Drehkreuz für Evakuierungen aus Afghanistan (dpa)
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Der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb der Heimat ist nun auch ein Drehkreuz für Flüchtlinge aus Afghanistan: Nach rund 300 Evakuierten am Freitagabend sind inzwischen viele weitere Afghanen auf der Air Base im pfälzischen Ramstein gelandet. „Insgesamt sind es mit Stand 11.15 Uhr am Samstag rund 1550 Evakuierte, die mit elf Maschinen gekommen sind“, sagte ein Sprecher des US-Stützpunkts. Auch in den Folgetagen würden weitere Flüge erwartet. Ihre Zahl lasse sich vorerst noch nicht genau sagen. Die ehemaligen Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Flugzeughangars der Air Base unter. „Nach ihren Registrierungen und medizinischen Erstleistungen sollen sie in die USA geflogen werden“, erklärte der Sprecher. Details entscheide das US-Außenministerium.

„Personal in Ramstein arbeitet unermüdlich“

Die am Freitagabend in Ramstein gelandeten ersten rund 300 Evakuierten kamen laut der Air Base in zwei C-17-Transportmaschinen der US-Luftwaffe von einem Zwischenstopp auf deren Stützpunkt in Katar. Dieser sei kleiner und habe weniger Platz für einen Aufenthalt von Schutzsuchenden. In Ramstein ist laut dem Sprecher vorerst nicht vorgesehen, dass die Afghanen das Militärgelände verlassen. Der Kreis Kaiserslautern habe zwar netterweise schon Hilfe angeboten, zunächst habe die Air Base aber selbst noch genug Platz und Kapazitäten. Brigadegeneral Josh Olson, Kommandeur des dortigen 86. Lufttransportgeschwaders, sagte laut Mitteilung: „Das Personal in Ramstein arbeitet unermüdlich, um den Evakuierten einen sicheren Platz zum Durchatmen zu bieten. Ich bin unglaublich stolz auf die Anpassungsfähigkeit unseres Teams, um diese Herkulesaufgabe in kürzester Zeit zu realisieren.“ Hunderte von Angehörigen mehrerer Geschwader der Air Base hatten nach ihren Angaben die Aufnahme ehemaliger Ortskräfte vorbereitet. Nach der Machtübernahme der Taliban in ihrer Heimat fürchten sie dort um ihr Leben.

dpa