Der türkische Botschafter Ali Kemal Aydın  (TRT World)

Der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydın, hat am Mittwoch eine Pressekonferenz in der Hauptstadt abgehalten, bei der er sich unter anderem zu den deutsch-türkischen Beziehungen äußerte.

Dem Bericht der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge bewertete er die Teilnahme des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan an der Libyen-Konferenz als auch den letzten Türkei-Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel als positive Ereignisse.

Auch auf wirtschaftlicher Ebene sei die Zusammenarbeit intensiviert worden. So sei, was die Investitionen in der Türkei seitens deutscher Unternehmen angeht, ein Anstieg feststellbar. Auch hätten 2019 mehr Deutsche die Türkei als Urlaubsort aufgesucht als im Vorjahr.

Aydın bezog sich bei der Pressekonferenz auch auf die Sicherheitspolitik beider Staaten. „Die von Deutschland in letzter Zeit eingeleiteten Schritte gegen die Terrororganisation PKK nehmen wir mit Zufriedenheit in Kenntnis, jedoch sind diese Schritte noch nicht hinreichend. Die PKK ist in Deutschland weiterhin aktiv – indem sie Finanzgelder sammelt, Mitglieder rekrutiert und Propaganda betreibt“, so der Botschafter. In Bezug auf die Haltung Deutschlands gegenüber der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ) hätte sich jedoch bedauerlicherweise nichts geändert.

In seiner Bilanz für 2019 thematisierte Aydın zudem Ereignisse, die den in Deutschland lebenden Türkischstämmigen Sorgen bereitet hätten. Hierzu gehörten der Anstieg des Rechtsextremismus, die Zunahme von Angriffen aus rassistischen Motiven heraus, sowie Drohungen gegen Moscheen.

Bildungspolitisch hätten sich beide Länder in vielerlei Hinsicht geeinigt. In der Türkei existieren bereits drei deutsche Schulen. In Deutschland ist im Gegenzug die Eröffnung von drei türkischen Schulen geplant. Die Gespräche hierzu liefen seit einem Jahr an. Den in Deutschland lebenden Türkeistämmigen stehe das Recht auf Erlernen der türkischen Sprache und Kultur zu. „In Deutschland sind insgesamt 1339 LehrerInnen mit dem Türkischunterricht beauftragt – in Proportion zur Zahl der hiesigen Türkischstämmigen ist diese Anzahl gering“, betonte Aydın. In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

In einem separaten Schreiben nahm der Diplomat auch auf TRT Deutsch Bezug und hieß das Medienprojekt willkommen. „Ich glaube, dass TRT Deutsch mit seinem starken Team und den technischen Möglichkeiten im Redaktionssitz Berlin eine pluralistische, aufrichtige und unparteiische Linie verfolgen wird - und damit der deutschsprachigen Öffentlichkeit wichtige Dienste erweisen wird“, so Aydın. Er hoffe, dass TRT Deutsch „mit kulturellen und gesellschaftlichen Sendungen zur Entwicklung der historischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei beitragen“ werde.

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