Symbolbild. Ein Gerichtssaal in der Türkei

In der Türkei muss sich eine weitere Deutsche wegen Terrorvorwürfen vor Gericht verantworten. Die Sozialpädagogin Yüksel Wessling aus Bonn werde seit anderthalb Jahren in der Türkei festgehalten, sagte ihr Ehemann Jürgen Wessling am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Ehemanns wird an diesem Donnerstag vor einem Gericht in Istanbul das Urteil gegen die 65-Jährige erwartet. Ihr drohten mehrere Jahre Haft.

Demnach war Yüksel Wessling, die auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, im Oktober 2019 an der Ausreise gehindert worden und darf das Land seitdem nicht mehr verlassen. Ihr Anwalt Emre Doğan, sagte der dpa, seiner Mandantin werde Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordere bis zu sechs Jahre und drei Monate Haft.

Dem Anwalt zufolge wird ihr vorgeworfen, Leiterin von NAV-DEM gewesen zu sein und an Veranstaltungen des Vereins „Demokratischer Kongress der Völker“ (HDK) teilgenommen zu haben. NAV-DEM organisiert dem Verfassungsschutz zufolge als Dachverband PKK-nahe Vereine in Deutschland. „Der Dachverband ist ein Beispiel für eine vom BGH beschriebene unselbstständige (Teil-)Vereinigung der PKK“, heißt es in der Verfassungsschutzbroschüre.

Die Teilnahme an den umstrittenen Veranstaltungen streiten der Anwalt und seine Mandantin nicht ab. Sowohl NAV-DEM als auch HDK seien in Deutschland legal, betont Doğan. Seine Mandantin weise aber die Behauptungen über eine Funktion als Vorsitzende zurück. Sie habe die Vereine in ihrer Rolle als Sozialpädagogin besucht.

TRT Deutsch und Agenturen