Symbolbild. Die neue EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus will Gott nicht gendern. (dpa)
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Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hält das Wort Gott für ausreichend geschlechtsneutral und will es nicht mit Gendersternchen versehen. „Gott kann nicht auf ein Geschlecht festgelegt werden“, sagte die westfälische Präses der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Diese Offenheit wird schon in der Bibel deutlich, indem für Gott unterschiedliche Schreibweisen und Namen verwendet werden.“ Dem Vorschlag eines Katholischen Jugendverbandes, statt „Gott“ künftig „Gott*“ zu verwenden, will Kurschus nicht folgen. Die Katholische junge Gemeinde (KjG) hatte im Oktober Gottesbezeichnungen gesucht, „die mehr umfassen als die männlich weiße Vorstellung von Gott“. Mit Rücksicht auf Traditionen sollte demnach die Einführung der Schreibweise „Gott*“ aber „sensibel vorbereitet“ werden. Anrede Gott offen genug Die Anrede „Gott“ sei „offen genug“, sagte Kurschus. „Insofern sehe ich persönlich keinen Grund, das Wort zu gendern.“ Bei der Anrede von Menschen kombiniert Kurschus nach eigener Darstellung „weiterhin die weibliche und die männliche Ansprache.“ Manchmal verwende sie inzwischen auch „Sternchen“ oder mache eine „kurze Pause beim Sprechen“. Sie „variiere und experimentiere“, sagte sie der Zeitung. Kurschus hatte im November die Nachfolge von Heinrich Bedford-Strohm an der Spitze der EKD angetreten. Dort gibt es mit der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs als Stellvertreterin nun erstmals eine weibliche Doppelspitze.

AFP