Demonstrationen gegen rechts / Photo: DPA (dpa)
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An den Demonstrationen gegen Rechtsextremismus haben am Wochenende nach Informationen des Bundesinnenministeriums rund 480.300 Menschen teilgenommen. Polizeilichen Angaben zufolge habe es bundesweit 133 Kundgebungen gegeben, teilte das Ministerium am Montag mit.

Die größte Demonstration fand am Samstag in Berlin statt, wo sich nach Angaben der Polizei 150.000 Menschen vor dem Reichstagsgebäude versammelten. Die Veranstalter sprachen von 300.000 Teilnehmern. Größere Kundgebungen gab es am Samstag auch in Dresden, Freiburg, Augsburg, Nürnberg und Saarbrücken. Am Sonntag gingen in Bremen, Magdeburg, Lübeck und weiteren Städten Menschen auf die Straße.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Demonstrationen am Montag ein „wichtiges Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt in der Gesellschaft“. Rechtsextremismus sei „eine Bedrohung für unsere Demokratie“, sagte Scholz nach einem Treffen von Migrationsverbänden im Kanzleramt. „Wir lassen nicht zu, dass Rechtsextremismus und Intoleranz unsere Gesellschaft spalten.“

Demonstrationen gegen rechts (DPA)

Auslöser der Proteste war ein Bericht des Medienhauses Correctiv über ein Treffen radikaler Rechter am 25. November in Potsdam, an dem auch AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der konservativen Werteunion teilgenommen hatten. Der frühere Kopf der Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er bei dem Treffen über „Remigration“ gesprochen hat.

Wenn Rechtsextremisten diesen Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang. Laut Correctiv-Recherche nannte Sellner in Potsdam drei Zielgruppen: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht – und „nicht assimilierte Staatsbürger“.

Die rechtspopulistische AfD wurde im Februar 2013 gegründet. Laut Angaben der Partei hat sie derzeit mehr als 40.000 Mitglieder. Das sind rund 37 Prozent mehr als Ende 2022.

TRT Deutsch und Agenturen