Gewalt bei Polizeieinsatz nach Wohnungsbrand in Krefeld sorgt für Kritik

Nach einem Polizeieinsatz bei einem Wohnungsbrand in Krefeld ist das Verhalten einer beteiligten Polizistin in die Kritik geraten.

Im Internet tauchte am Wochenende ein von Zeugen aufgenommenes kurzes Handyvideo auf. Dieses zeigt, wie ein Mann von vier Polizisten vor dem Wohnhaus festgehalten wird und sich gegen die Beamten wehrt. Er hält einen Gegenstand aus Metall, den ihm eine Polizistin abnimmt. Eine weitere Polizistin schlägt den Mann mehrfach gegen den Kopf, schließlich wird er von den Beamten am Boden fixiert. Twitter-Nutzer sprachen unter anderem von „Polizeigewalt“, einer „Schlägerbande“ und mutmaßlich „vorsätzlicher Körperverletzung“.

Bereits am Samstag hatte die Polizei von dem Einsatz berichtet. Die Ermittler gehen in dem Fall von einer versuchten Brandstiftung aus. Man habe den 47-Jährigen sowie eine 28 Jahre alte Frau aus der verrauchten Wohnung retten wollen, der Mann habe sich jedoch gewehrt. „Angesichts seines Widerstands musste unmittelbarer Zwang angewendet werden, um ihn in Sicherheit zu bringen“, hieß es in der Mitteilung. Der Mann und die Frau wurden laut Polizei vorläufig festgenommen. Zu dem Handyvideo teilte die Polizei am Sonntag mit, dass darauf „ein Ausschnitt aus einer dynamischen Entwicklung“ zu sehen sei. Der Vorfall werde nun von Polizei und Staatsanwaltschaft untersucht. Die Polizei Gelsenkirchen prüfe dabei auch das Einschreitverhalten der Beamten und Beamtinnen, sagte eine Sprecherin der Krefelder Polizei am Sonntag.

DPA